■ British Rail ist endgültig am Ende: Zug um Zug privatisiert
Shetland-Inseln (taz) – Die einst nationalisierte British Rail gehört der Vergangenheit an; in der Nacht zum heutigen 1. April ist auch das letzte verbliebene Teilstück einem privaten Unternehmen übergeben worden.
Wenn die Passagiere heute morgen aus dem Nachtexpreß Caledonian Sleeper von London-Euston nach Fort William im schottischen Hochland steigen, werden sie die letzten gewesen sein, die in einem Zug des Staatsunternehmens gefahren sind. Das Transportunternehmen National Express, Betreiber eines Busnetzes, das alle großen Orte der britischen Insel bedient, übernimmt Scotrail, den schottischen Teil von British Rail.
Damit endet die knapp 50jährige Geschichte des Staatsunternehmens. Inzwischen haben rund 100 Unternehmen den Kuchen untereinander aufgeteilt, allein 25 davon bemühen sich um Fahrgäste. Lukrativ sind die Intercitystrecken zwischen den großen Städten, die Zukunft der zahlreichen Nebenstrecken ist in Frage gestellt. Es sind aber diese Verbindungen, die für die Menschen in den ländlichen Gebieten Schottlands lebenswichtig sind. Hans-Jürgen Marter
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen