: Bremen prüft super
■ Perschau wütet über Fiskus-Studie
Vertreter der Arbeitnehmerkammer sollten sich demnächst nicht in die Nähe des Finanzsenators wagen. Hartmut Perschau ist stinksauer. Als eine „Mischung aus Halbwahrheiten und Ignoranz“ hat der Herr der Bremer Steuerprüfer die neuesten Zahlen zur Betriebsprüfung in Unternehmen der Hansestadt kritisiert. Laut einer Studie der Arbeitnehmerkammer werden Großbetriebe in Bremen nur alle vier Jahre von den Prüfern des Finanzamts heimgesucht, Kleinbetriebe nur alle 16,4 Jahre, Kleinstbetriebe gar nur alle 53,8 Jahre. Durch die lasche Prüfpraxis gingen Bremen und den anderen Bundesländern Einnahmen in Milliardenhöhe verloren (siehe taz vom 24.4.).
Alle Jahre wieder jongliere die Arbeitnehmerkammer mit „virtuellen Zahlen und wartet mit den gleichen Sensationsmeldungen auf“, wütet Perschau. Tatsächlich bleibe kein Großbetrieb auch nur ein Jahr lang ungeprüft. Als „eindeutige Schädigung bremischer Interessen durch Unkenntnis der Sachverhalte“ bezeichnet Perschau den Studien-Hinweis auf fehlende Anreize des Länderfinanzausgleichs. Die Studie hatte bemängelt, den Ländern fehle die Motivation, durch verstärkte Betriebsprüfung mehr einzunehmen, da nach dem Länderfinanzausgleich für sie unter dem Strich davon nichts übrig bleibe. ksc
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen