: Brei aus der Urzeit
Fossil ist nicht ältester Oktopus der Welt
Wie viel Erniedrigung kann so ein Oktopus eigentlich ertragen? Die achtarmigen Kraken sind zwar recht schlau, aber auch scheu – und oft wird ihnen übel mitgespielt. Dann werden obszöne Witze über sie gemacht und sie müssen als Bond-Girl Octopussy in einem Spionagefilm mitspielen. Jetzt erging es einem von ihnen noch schlimmer, das heißt seinen fossilen Überresten. Die im US-Bundesstaat Illinois gefundene versteinerte Meereskreatur war auf ein Alter von 300 Millionen Jahren geschätzt und zum „ältesten Oktopus der Welt“ erklärt worden. Und jetzt das! „Gefundenes Fossil ist doch nicht ältester Oktopus der Welt“, meldete die Steinzeitagentur AP. Man habe über das Fossil „lange diskutiert“, erklärte ein Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B. „Ist dieses Teil tatsächlich ein Oktopus?“, fragten sich die Forscher und kamen zu dem ungeheuerlichen Resultat, es sehe „irgendwie nur nach einem weißen Brei aus“. Weißer Brei! Wie übel kann man dem bedauernswerten Oktopus nur mitspielen! Als Brei bezeichnet werden! Was macht das nur mit dem empfindsamen Tier? Als ob eine Kreatur aus der Tiefe keine Gefühle hätte. Darüber haben die kaltherzigen Wissenschaftler sicher nicht nachgedacht. Sie sollten sich etwas schämen!
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