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Bosnier feiern einen Sieg

■ Serbische Armee läßt bei regelloser Flucht große Mengen an Ausrüstung zurück

Sarajevo (AP) – Die bosnische Armee hat gestern die Grabez-Hochebene nahe der nordostbosnischen Stadt Bihać eingenommen. Dies gilt als größter Erfolg der Regierungstruppen in dem nun rund 30 Monate dauernden Krieg. Da die Kommandostruktur der serbischen Armee völlig zusammengebrochen sei, ließ sie nach Angaben der UNO „jede Menge Ausrüstung“ zurück. Lediglich die Munitionsdepots seien noch gesprengt worden.

Der Vormarsch löste eine Massenflucht der serbischen Bevölkerung aus. In dem von Serben gehaltenen Donji Lapać in Südkroatien trafen nach UN-Angaben 700 Flüchtlinge ein, im 54 Kilometer südlich von Bihać gelegenen Bosanski Petrovać waren es rund 3.000.

Unterdessen setzen die Regierungstruppen ihren Vormarsch in Richtung Bosanski Petrovać und nach Nordosten in Richtung Bosanski Krupa fort. Der bosnische Rundfunk meldete, die Regierungsarmee hätte kaum Gefangene gemacht, weil die Serben so schnell geflohen seien. Am Mittwoch hatten die bosnischen Serben berichtet, daß Regierungstruppen von Norden und Osten auch auf das strategisch bedeutsame Kupres 100 Kilometer westlich von Sarajevo vorrückten. Nach vorläufigen UN-Angaben flohen rund 2.500 Menschen aus der Umgebung der Stadt in das 37 Kilometer nordwestlich gelegene Sipovo in der westlichen Herzegowina.

Die in Sarajevo erscheinende Zeitung Oslobodjenje sprach nach den jüngsten Erfolgen der Regierungstruppen bereits davon, daß sich eine „militärische Wende“ abzeichne. Allerdings erlitten Regierungstruppen nach UN-Angaben an der Nordfront bei Doboj eine schwere Niederlage, da beim Kampf um die Stadt mindestens 200 ihrer Soldaten starben. In Sarajevo wurden bei einem Granatangriff auf den muslimischen Teil der bosnischen Hauptstadt am Mittwochabend sieben Menschen verletzt, darunter fünf Kinder. Die Schützen konnten nicht ermittelt werden.

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