Black Lives Matter und Europa: Was haben die Proteste bewirkt?

taz Talks meets DeZIM: Was haben die BLM-Proteste in Europa bewirkt? Mohamed Amjahid spricht mit Folashade Ajayi, Tahir Della und Hendrik Cremer.

Protestierende der BLM-Bewegung Foto: Jana Leu, Unsplash

Die Ermordung des schwarzen US-Amerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten in Minneapolis, die auf einem Handyvideo festgehalten und im Netz verbreitet wurde, hat im vergangenen Jahr weltweit zu Protesten geführt. Diese rassistische Gewalttat gab nicht nur der „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA neuen Auftrieb, sondern vielen antirassistischen Gruppen und Initiativen in aller Welt. Rassismus, insbesondere gegen schwarze Menschen, wurde thematisiert und erhielt dadurch mehr mediale Aufmerksamkeit. Auch hierzulande wurde das Thema von Medien breit aufgegriffen.

Was hat so viele junge Leute so schnell auf die Straße gebracht? Welche Rolle spielten dabei die etablierten Organisationen der Schwarzen Community? Welche Akteure sind neu dazu gekommen? Und welche Unterschiede zeigten sich zwischen den Reaktionen in Deutschland und denen in anderen europäischen Ländern? Damit hat sich ein Forschungsprojekt am DeZIM beschäftigt, erste Erkenntnisse dazu liegen nun vor.

Wann: Di. 02.02.2021, 19 Uhr

Wo: Livestream via YouTube

Kontakt: taztalk@taz.de

Ein knappes Jahr später ist es außerdem an der Zeit, eine vorläufige Bilanz zu ziehen: Welche Folgen hatten die Proteste, was haben sie gebracht? Was braucht es, um Rassismus in Institutionen langfristig und nachhaltig zu bekämpfen und Strukturen zu verändern? Wo ist der politische Wille, sich dieser Aufgabe zu stellen? Mit welchen Reformen ist in nächster Zeit zu rechnen – und mit welchem Widerstand dagegen?

Diese Fragen diskutieren wir mit unseren Gästen:

Folashade Ajayi arbeitet und promoviert am Institute for European Studies (IES) im Cluster Migration, Diversity and Justice. Zuvor hat sie an der Humboldt Universität zu Berlin und der Vrije Universiteit in Brüssel studiert. Im Rahmen des DeZIM-Kooperationsprojekts „Protesting George Floyd’s Death in Europe: Scope, Localization and Resonance of Anti-Racist Protests in Germany, Denmark, Italy and Poland compared” hat sie antirassistische Proteste und schwarzen Aktivismus im Zuge der #blacklivesmatter-Proteste untersucht.

Tahir Della ist Sprecher der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), einer bundesweiten Interessenvertretung Schwarzer Menschen in Deutschland. Im vergangenen Jahr feierte der Verein, dessen Hauptsitz in Berlin ist, sein 35-jähriges Jubiläum. Tahir Della ist einer der Herausgeber des Sammelbands „Decolonize München“ (2015) und arbeitet derzeit als Fachreferent Dekolonisierung im Berliner Promotorenprogramm des ISD.

Dr. Hendrik Cremer arbeitet seit 2007 am Deutschen Institut für Menschenrechte. Er ist dort Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Menschenrechtspolitik Inland/Europa mit den Themen Recht auf Asyl, Rechte in der Migration und Recht auf Schutz vor Rassismus. Er studierte Rechtswissenschaften in Marburg und Hamburg. Anschließend war er als Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Aufenthalts- und Sozialrecht tätig.

Mohamed Amjahid ist Journalist, Autor und Moderator. Er war von 2016 bis 2020 Redakteur bei der ZEIT. Seit 2020 schreibt er für die taz die Kolumne „Die Nafrichten“. Im März erscheint sein zweites Buch „Der weiße Fleck. Eine Anleitung zu antirassistischem Denken“.

Fragen zum Thema können Sie gern während des Streams über die Chatfunktion stellen oder per E-Mail an veranstaltungen@dezim-institut.de senden.

Bei taz Talks meets DeZIM diskutieren Wissenschaftler*innen und Gäste zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Die Reihe ist eine Kooperation zwischen dem Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) und der taz.