: Bitte keine Nasenstudie
Straßburg (afp) — In einem Brief an die Straßburger Bürgermeisterin Catherine Trautmann haben 40 Ärzte aus Kehl die Schließung der im Rheinhafen gelegenen Papierfabrik Stracel gefordert. Die Atemluft in der Region sei für die Menschen ein „verdrecktes, oft ekelerregendes und, wie wir Ärzte wissen, hoch mit Giftstoffen beladenes Medium geworden“, hieß es in dem Dokument. Der Leiter der Umweltabteilung in der Straßburger Stadtverwaltung, Gilles Rinck, protestierte am Mittwoch gegen die Darstellung der Ärzte. Die Geruchsbelästigung existiere zwar, sie lasse jedoch keine Rückschlüsse auf Schadstoffe zu. Die Ärzte erklärten hingegen, die Beschwerden ihrer Patienten sprächen „eine eigene Sprache“ und seien ein eindeutiges Indiz für eine hohe Schadstoffbelastung. Davon seien die Bewohner Kehls und der grenznahen Stadtviertel Straßburgs betroffen. Deshalb müsse Straßburg bereit sein, sich Kehl bei ihrer Klage gegen die Betriebsgenehmigung für Stracel anzuschließen. Zur Erkennung und Beseitigung der Geruchs- und Schadstoffbelästigung brauche es keine „Nasenstudie“ und keine „Besprechungs- und Informationskommission“.
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