: Bisky sorgt sich um PDS
■ Brief gegen Kritiker in der Partei
Berlin (dpa) – PDS-Chef Lothar Bisky hat in einem Brief an die Mitglieder der Partei zu den Vorwürfen der 38 prominenten Kritiker an dem Kurs der PDS Stellung bezogen. Bisky bezeichnete die Kritik als „nicht redlich“. Eine lautstarke Minderheit versuche immer und immer wieder den von der Mehrheit der Partei bekräftigten Erneuerungsprozeß in Frage zu stellen. Die Kritiker hatten der PDS-Führung vorgeworfen, die Oppositionsrolle zu verlassen, den Klassenkampf und die originäre Vertretung von ostdeutschen Interessen aufzugeben.
„Im Grunde wird hier in Frage gestellt, was die PDS erreicht hat, und die Grundlage angezweifelt, auf der sie es erreicht hat“, schreibt Bisky. „Ohne die demokratische Erneuerung unserer Partei ..., ohne den Bruch mit der stalinistischen Traditionslinie hätten wir keine politische Chance, unseren Beitrag zur Rehabilitierung der sozialistischen Idee und Bewegung in Deutschland zu leisten.“
Bisky erklärt, daß die PDS mit dem Bekenntnis zur Demokratie weder die Existenz von Klassengegensätzen in Frage gestellt noch die Widersprüche der Zeit auf Klassengegensätze reduziert habe. Der Ausweg aus der Krise innerhalb der PDS könne nur durch ein Aufeinanderzugehen und Miteinanderstreiten überwunden werden.Kommentar Seite 10
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