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Bilderstreit im ostfriesischen Aurich

■ Eine Ausstellung wird nach Eklat um „Tucholsky-Triptychon“ abgebrochen

Aurich (dpa) – Der Satz „Soldaten sind Mörder“ hat nun selbst im ostfriesischen Aurich die Gemüter erregt. Nach einem heftigen Streit um ein Gemälde mit dem Tucholsky-Wort wird eine Ausstellung im Rathaus der norddeutschen Stadt noch in dieser Woche abgebrochen. Das beschloß nach Angaben der Künstler am Mittwoch abend die „Arbeitsgemeinschaft ehemaliges Konzentrationslager Engerhafe“ als Veranstalter.

Anlaß für den Streit war der „Tucholsky-Triptychon“ des Bildhauers Bernd Meyse. Auf ihm prangte eben jenes Tucholsky- Wort, das Aurichs Stadtoberen heftigst erzürnte. Stadtdirektor Thomas Friemann ließ das „Mörder-Zitat“ auf dem Kunstwerk denn auch prompt regelmäßig überkleben. Für ihn stehen Tucholskys Worte für eine Herabsetzung des Soldatenberufs und eine ungerechtfertigte Gleichsetzung von Nazischergen und Soldaten.

Nach dem Beschluß der Arbeitsgemeinschaft wird auch eine Ende Oktober begonnene Veranstaltungsreihe aus Anlaß des 50. Jahrestages der Einrichtung des KZ Engerhafe bei Aurich vorzeitig beendet. Sie sollte ursprünglich bis zum 22. Dezember, dem Jahrestag der Lagerschließung, dauern. Meyse und der beteiligte Maler Pollack äußerten sich am Mittwoch abend bestürzt über die Entscheidung der Arbeitsgemeinschaft. „Ich weiß nicht, wie man das den überlebenden Opfern klarmachen soll“, meinte Pollack. Beide bestätigten, daß es ein lebhaftes Interesse an den Ausstellungen in den Niederlanden gebe.

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