Biathlon-Gold für Emil Hegle Svendsen

Ein paar Zentimeter reichen

Im Massenstart über 15 Kilometer siegt der Norweger Emil Hegle Svendsen knapp vor dem Franzosen Martin Fourcade. Bronze holte der Tscheche Moravec.

Es war eng auf den letzten Metern im Schneegestöber: Emil Hegle Svendsen vor Martin Fourcade. Bild: dpa

Es war der Kampf Mann gegen Mann auf dem letzten Kilometer, das erwartete und erhoffte Duell der Giganten: Martin Fourcade gegen Emil Hegle Svendsen. Im tiefen und nassen Schnee mussten beide Superathleten ihre letzte Kraftreserven mobilisieren. Und zur Überraschung vieler Kommentatoren gelang dies dem viel schwereren norwegischen Läufer besser als dem französischen Leichtgewicht.

Doch obwohl Svendsen im Einlauf schon wie der sichere Sieger aussah, leistete er sich den beinahe folgenschweren Fauxpas, schon zwei Meter vor der Ziellinie austrudeln zu wollen. Fourcade versuchte diese Lässigkeit mit einem Ausfallschritt zu kontern, aber Zentimeter blieben für Svendsen, der sein erstes Gold vor den Augen des norwegischen Königs feiern konnte.

Fourcade, der schon zweimal Gold hat, muss sich über seine Silbermedaille aber nicht allzu sehr grämen. Die Bronzemedaille gewann der Tscheche Ondrej Moravec, der ein beherztes Rennen lief und nach der Silbermedaille auf den 20 Kilometern seine zweite olympische Medaille einfahren konnte.

Einen bemerkenswerten Kampf lieferte der Oldie im Feld – der Goldmedaillen-gewinner im Sprint, Ole Einar Bjorndalen. Nach dem er sich gleich beim ersten Schießen im Liegen mit zwei Fehlern zu verabschieden schien, schaffte er in der Folge beim zweiten Liegendschießen und beim zweiten Stehendschießen mit zweimal Null das Comeback.

Zwei Fehler von Björndalen

Vor dem letzten und vierten Schießen lag er gleichauf mit den drei späteren Medaillengewinnern. Doch die Aufholjagd hatte zu viel Kraft gekostet. Zwei Fehler warfen ihn erneut und entscheidend zurück. In der Loipe auf der letzten Runde begrub er dann seinen Ehrgeiz. Bjoerndalen überquerte erst an Position 22 liegend die Ziellinie.

Die Deutschen Biathleten konnten die großen Erwartungen ebenfalls nicht erfüllen. Simon Schempp hatte das Pech wie Bjoerndalen gleich zu Beginn zwei Fehler zu schießen, denen er dann beständig hinterher laufen musste. Das gelang ihm zwar ganz passabel, aber mehr als Platz 13 blieb für ihn nicht übrig. Erik Lesser ließ nach zweimal Null beim Liegendschießen deutsche Hoffnungen aufkeimen, aber nur kurz.

Mit vier Fehlern im Liegendschießen blieb ihm keine Chace mehr. Er landete auf abgeschlagen auf Rang 26. Arnd Pfeifer wurde wurde immerhin noch Achtzehnter. „Der Schießstand hat uns das Genick gebrochen“, sagte Herren-Bundestrainer Mark Kirchner im ZDF. Die ursprünglich für Sonntag vorgesehene letzte Einzel-Entscheidung der Herren war zweimal wegen schlechter Wetterverhältnissen verlegt worden. Auch am Dienstag mussten sich die Skijäger bei Schneegrieseln und minus 0,3 Grad etwas gedulden. Erst mit 15-minütiger Verspätung begann das Rennen.

Einmal zahlen
.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de