Betriebsbesetzung in Glückstadt: Trommeln sollen sich weiterdrehen

Der Berendsen Wäscherei in Glückstadt droht das Aus, weil ein wichtiger Kunde einen Auftrag kündigte. Um ihre Jobs zu retten, hält ein Teil der Mitarbeiter seit dem Wochenende ihren Betrieb besetzt.

Damit in Glückstadt die Trommelfenster nicht für immer offen bleiben, wenden die Beschäftigten jetzt die Methoden ihrer französischen KollegInnen an. Bild: ollinger/photocase.com

GLÜCKSTADT dpa | Aus Angst um ihre Arbeitsplätze haben Mitarbeiter der Berendsen Wäscherei am Wochenende ihren Betrieb in Glückstadt besetzt. Die Großwäscherei versorgt das Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit steriler Wäsche. Nun drohe zum 1. Mai der Verlust des Auftrags mit einem Volumen von fünf Millionen Euro, sagte der Bezirksbevollmächtigte der IG Metall Unterelbe, Uwe Zabel, am Sonntag in Glückstadt.

Der Betriebsrat befürchtet, dass die Wäscherei mit 120 Beschäftigten dann geschlossen wird. Ein Teil der Mitarbeiter übernachtete in der Wäscherei, 20 bis 30 ketteten sich an den Türen des Betriebs symbolisch an. Am Montag wollten die Mitarbeiter die Besetzung unterbrechen. Die Patienten in Kiel und Lübeck sollten nicht unter der Situation leiden, sagte Zabel.

Nach Angaben der Gewerkschaft kümmert Berendsen sich seit fünf Jahren um die Wäsche des UKSH. 2009 wurde dieser Auftrag neu ausgeschrieben und ging an eine Rostocker Firma. Diese arbeite zu Dumpingpreisen, sagte Zabel. Das Oberlandesgericht Schleswig habe aber den Zuschlag gestoppt und ein neues Ausschreibungsverfahren verlangt. In dieser Zeit versorgte Berendsen die Uniklinik weiter - mit einem sogenannten Notversorgungsauftrag. Der sei nun aber an die Rostocker vergeben worden, sagte Zabel.

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