: Betr.: Otto Schily
Otto Schily (66) wird Bundesinnenminister. Daß er früher mal Grüner war und RAF-Anwalt dazu, liegt ihm mächtig schwer im Magen. Schily stammt aus einer Anthroposophenfamilie, sein Bruder Konrad leitet die Privatuniversität Witten/Herdecke. Inzwischen bastelt der auf der bayerischen Landesliste antretende Schily selbst am starken Staat nebst knackigen Ordnungshütern. Der ehemalige Streiter für Bürgerrechte hat, zur größten Verwunderung seiner früheren Anhänger, den Großen Lauschangriff mit ausgehandelt. 1989 trat er in die Sozialdemokratische Partei ein, wo er seither kontinuierlich nach rechts marschiert. Kritiker aus den eigenen Reihen werfen dem neuen Ordnungshüter der Republik vor, er demontiere zentrale Grund- und Bürgerrechte. Der neue Innenminister spricht von sich selbst gern in der dritten Person: „Mit einem Schily kann man das nicht machen.“
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen