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Beruf: Hure Na klar!

■ betr.: "Immer gut beraten bei ihrem Arbeitsamt", taz vom 4.4.92

Betr.: „Immer gut beraten bei Ihrem Arbeitsamt“, taz vom 4.4.92

HURra, riefen wir als autonome Huren, es geht voran! Endlich ist das Arbeitsamt zur Einsicht gekommen: Für Sex soll — unter gewissen Bedingungen — bezahlt werden.

Doch dann hieß es, das Arbeitsamt (hier: Plauen) vermittele „nicht nur normale Jobs“. Stutz! Dabei hat doch auch schon die taz die Grundforderung der Hurenbewegung mitverbreitet, daß Sex — unter gewissen Bedingungen — als „Arbeit wie andere auch“ betrachtet werden kann und soll.

Der detaillierte Artikel war insofern gut, daß viel offengelegt wurde. Er enthielt aber auch viele Widersprüche: Einmal war von „ahnungslosen Frauen“ die Rede, dann wieder wurde klar, daß die potentielle „Angestellte“ informiert wurde: Sex sei nicht automatisch Bestandteil der Dienstleistung. Extras kosten mehr — wie üblich in unserer Branche!

Der Bericht ist letztendlich nicht gelungen, weil die Ebenen zu sehr vermischt wurden. Die Entrüstung über Verstoß gegen Datenschutz und über Nebeninteressen einer Amtsperson sollte primär sein.

Nun aber versteckte sich der Skandal im Suggestiv-Anrüchigen. Tendenz: Sexarbeit=Horror=Betrug=Skandal. Zuviel wurde mit „Puff“ und „Rotlichtmilieu“ — garniert mit „Plastik(!)penissen“ — hantiert. Das machen andere Zeitungen überzeugender. Auch halten — nicht zu vergessen — sogenannte Begleitagenturen sich immer für „sauberer“ und feiner als Prostitution „pur“. Das wurde hier nicht klar — im Gegenteil.

Also bitte: keine weiteren Missionarsstellungnahmen. Sondern: Weg mit dem Hurenstigma — das gilt für alle Frauen. Erst dann hat die Teilung: „so hur, so pur“ ein ENDE. SATT I: Sex Arbeiterin Theater Trupp, Berlin-Mitte

„Schätzchen“ schätz' ick übahaupt nich! „Hexchen“, Säzzerin, Layouterin und Redaktöse

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