: Berliner Smogsaison hat gestern begonnen
Berlin. In Berlin hat die Smogsaison dieses Winters begonnen. Gestern nachmittag rief die Senatsumweltverwaltung die erste Vorwarnstufe seit mehr als einem Jahr aus, nachdem in den Bezirken Wedding, Mitte und Friedrichshain zu hohe Schwefeldioxidwerte gemessen waren. Die amtliche Bestätigung für die dicke Luft in der Stadt bedeutet folgende Anordnungen: In öffentlichen Gebäuden, Schule und Kaufhäusern muß die Raumtemperatur auf 18 Grad gedrosselt werden. Betreiber von Verbrennungsanlagen sind verplichtet, statt schwerem Heizöl schwefelarmes Öl zu verwenden. Wartungsarbeiten, die zur Luftverschmutzung beitragen, müssen eingestellt werden. Außerdem empfiehlt die Umweltsenatsverwaltung den BürgerInnen, auf die öffentlichen Verkehrmittel Bahn und Bus umzusteigen. Nach Angaben des meteorologischen Instituts der Freien Universität sollen die geringe Windgeschwindigkeit und die Inversion kalter und warmer Luftmassen, der sogenannte »Käseglockeneffekt«, für einen längeren Zeitraum anhalten, was die Verschmutzung der Luft begünstigen würde.
Auch der Referatsleiter für Luftreinhaltung in der Umweltverwaltung, Manfred Breitenkamp, befürchtete, daß die Berliner Luft noch dicker werden könnte, so daß Smogalarm Stufe I ausgerufen werden müßte, dann aufgrund der sogenannten »Kombimessung«, nach der 24 Stunden lang Schwefeldioxid- und Schwebstaubwerte überschritten sein müssen. Bei Alarmstufe I kann ein allgemeines Fahrverbot für Autos in der Stadt verhängt werden, sofern die Fahrer nicht im Besitz einer Smogplakette sind. Das Sperrgebiet ist durch die U- und S-Bahnhöfe in den Außenbezirken abgesteckt. Zum ersten Mal seit der Verschärfung der Smogverordnung im Dezember 1989 und der Einführung der Gesamtberliner Verordnung vom November 1990 ist die Vorwarnstufe ausgerufen worden. Smogalarm wird ausgerufen, wenn an drei Meßstellen in der Stadt die Indexwerte für Schwefeldioxid in drei Stunden durchschnittlich über 100 ansteigen. lada
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen