: Berlinale
■ betr.: „Unverschämt grelle Sonne“, taz vom 13. 2. 95
Für die ausführliche Berichterstattung über die Berlinale bin ich wirklich sehr dankbar (großes Kompliment an die „Amerikanerin in Berlin“), wobei man dann doch über die eine oder andere Filmkritik stolpert. So auch geschehen am vergangenen Montag, bei der Besprechung der fünf israelischen Filme, die im Panorama laufen.
Dort wurde beklagt, daß in eben diesen Filmen Araber, wenn überhaupt, nur am Rande vorkommen. Seit wann ist denn der israelische Film verpflichtet, sich auf Konflikte mit Arabern zu konzentrieren? Einen Alibi-Araber für jeden israelischen Film? So wie die in derselben Ausgabe einige Seiten davor beschriebenen Alibi-Rollstuhlfahrer, die neuerdings die deutschen Fernsehserien bevölkern? Ich empfinde es als ungeheure Arroganz, einem Land oder seinen Filmemachern vorschreiben zu wollen, mit welchen Problemen sie sich gefälligst zu beschäftigen haben. Diese Filmkritik ist allerdings auch ziemlich bezeichnend für das extrem eingeschränkte Bild, daß wir hier von Israel haben, als einem Land, das auf besagten Konflikt reduziert wird. Für etwas weniger Schubladendenken in Zukunft wäre ich wirklich dankbar. Pina Heidrich
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