: Berlin fast Crystal-clean
In Südbrandenburg ist die Labordroge Crystal Meth ein echtes Problem. In der Hauptstadt können die Behörden dagegen weitgehend Entwarnung geben
Von Bert Schulz
Die Droge Crystal Meth stellt in Berlin derzeit keine große Gefahr da. Dies teilte die Innenverwaltung in einer am vergangenen Sonntag veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP mit. „Für Berlin wird die Entwicklung des Aufkommens von ‚Crystal Meth‘ sensibel beobachtet, doch die Zahlen sind vergleichsweise gering“, schreibt Innenstaatssekretär Torsten Akmann.
Crystal Meth ist eine illegale, synthetisch hergestellte Droge, die aufputschend wirkt und schnell abhängig macht. In letzter Zeit wurde sie in deutschen Medienberichten auch als „Schulhof“-Droge bezeichnet, weil sie dort häufig und leicht verfügbar sein soll und sogar von 13-Jährigen konsumiert werde. Für Berlin zumindest treffe das nicht zu, so Akmann weiter. „Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass mit Crystal Meth an oder in der Umgebung von Schulen, Jugendeinrichtungen bzw. bei Jugendveranstaltungen gehandelt wird.“
Nach Polizeierkenntnissen wird Crystal Meth vor allem in illegalen Laboren in Tschechien hergestellt und in der Folge insbesondere in grenznahen deutschen Regionen gehandelt. Vor allem in Bayern und Sachsen, aber auch in Südbrandenburg gilt die Droge als großes Problem. In Krankenhäusern wie dem Klinikum Niederlausitz in Senftenberg ist die Zahl der wegen der Droge behandelten Patienten in den vergangenen vier Jahren oft sprunghaft und stark gestiegen. Die Potsdamer Landesregierung hatte deswegen im April angekündigt, die Suchtberatung im Süden des Landes auszubauen.
Bis Berlin scheint sich der Handel mit der Droge vielen Befürchtungen zum Trotz bisher nicht nennenswert ausgedehnt zu haben. Laut Statistiken der Polizei blieb die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Handel oder Besitz von Crystal Meth von 2014 bis 2016 nahezu konstant. Die Zahl der als tatverdächtig ermittelten Jugendlichen lag für ganz Berlin 2014 wie 2016 bei 5.
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