piwik no script img

Bericht über Folter in Namibia

Washington (AFP) - Die Regierung des unabhängigen Namibia muß nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation „African Watch“ dringend die Verbrechen aufklären, die im Unabhängigkeitskrieg auch von den Rebellen der jetzt regierenden Südwestafrikanischen Volksorganisation (Swapo) begangen wurden. In einem am Sonntag in Washington veröffentlichten Bericht hieß es, sowohl Soldaten der südafrikanischen Armee als auch Kämpfer der jetzt regierenden Swapo hätten während des 20 Jahre dauernden Krieges gefoltert und andere Menschenrechtsverletzungen begangen. Hochrangige Funktionäre beider Kriegsparteien hätten davon gewußt. Bei dem Übergang eines Landes von einem repressiven Regime zu mehr Demokratie müßten derartige Vorfälle aufgeklärt werden, forderte African Watch. Zahlreiche Swapo- Führer, die für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlich seien, seien nach der Unabhängigkeit im Jahre 1990 in wichtige Positionen aufgestiegen.

In dem 120 Seiten umfassenden Bericht schreibt African Watch, die Swapo habe während des Krieges zahlreiche ihrer eigenen Anhänger unter Beschuldigung der Spionage festgenommen. Viele von ihnen seien gefoltert worden, um Geständnisse zu erpressen, und wurden in geheimen Lagern in Angola festgehalten. Mitglieder der Swapo-Führung besuchten dem Bericht zufolge diese Lager, so auch der jetzige Staatspräsident Sam Nujoma.

Die südafrikanischen Verwaltungsbehörden hätten ihrerseits an vielen Orten in Namibia Zivilisten mit Billigung der paramilitärischen Truppen und Polizei festgenommen und gefoltert, um Informationen über die Swapo zu erpressen. Im Widerspruch zu den Genfer Konventionen seien zudem Zivilisten außer Landes gebracht worden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen