: Belgiens Polizei gegen Belgiens Soldaten
Brüssel (AFP) — Mit Eiern und in Tomaten versteckten Knallkörpern haben rund 3.500 Berufssoldaten am Montag das Brüsseler Verteidigungsministerium „bombardiert“, um gegen Pläne der belgischen Regierung zur Reduzierung der Streitkräfte zu protestieren. Die Polizei löste die Demonstration mit einem Wasserwerfer auf, nachdem eine Delegation der Berufssoldaten von Verteidigungsminister Leo Delcroix empfangen worden war.
Die belgische Regierung will ab 1994 die Wehrpflicht abschaffen. Die Mannschaftsstärke der dann nur aus Berufssoldaten bestehenden Streitkräfte soll bis 1997 auf 40.000 Mann reduziert werden. Derzeit sind es rund 80.000 Mann, davon 49.000 Berufssoldaten. Die demonstrierenden Berufssoldaten forderten einen Sozialplan, der den Stellenabbau begleiten soll, stellten die Reform aber nicht grundsätzlich in Frage.
Verteidigungsminister Delcroix sagte den Militärs zu, die Truppenreduzierung ohne Entlassungen abzuwickeln. Die Protestaktion der Militärs wertete Delcroix als Rückendeckung in seinen Verhandlungen mit seinen Kabinettskollegen um die Finanzierung sozialer Begleitmaßnahmen.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen