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„Beirat überfordert“

■ Beirat Vegesack lehnte Spritzenautomat erneut ab

Vegesack bleibt spritzenautomatenfreie Zone. Dafür will zumindest der Beirat Vegesack sorgen. Mit denkbar knapper 8:7 Mehrheit bei einer Enthaltung lehnte er letzten Donnerstag einen förmlichen Bauantrag des Arbeitskreises Kommunale Drogenpolitik (AK Drogen) ab, den 24stündigen Service zur AIDS-Prävention auch in Bremen-Nord anzubieten. Die Beirats-Mehrheit bleibt damit bei ihrer Linie: ein Spritzenautomat „Nein!“, ein regionales Präventionskonzept für harte Drogen: „Ja!“.

Auch ein von SPD-Fraktionssprecher Raimund Kaspar eingebrachter Antrag ging mit 7:7 Stimmen bei zwei Enthaltungen baden. Danach sollte die Aufstellung des Vegesacker Spritzenautomaten gegen Auflagen gestattet werden, die „für uns ganz schöne Kröten sind“, wie Heino Stöver vom AK Drogen meinte. So sah der Alternativentwurf einen einjährigen Probelauf und die „Lösung des Entsorgungsproblems“ (Kaspar) vor. Spritzen sollten auch während der Automaten-Zeiten problemlos getauscht werden können. Außerdem im Angebot: Der Spritzenautomat dürfe während der Drobs-Öffnungszeiten nicht erreichbar sein.

Für den CDU-Beirats- und Fraktionssprecher Paul Schmidt ist das nichts weiter als ein „Schauantrag“. Solange das „Entsorgungsproblem“ nicht gelöst sei, komme ein Automat nicht in Frage. „Wenn das Ding erst steht, sagt kein Politiker, es muß wieder weg.“ Für den Grünen Reinhold Koch ist der Beiratsbeschluß eine „bedauerliche Entscheidung“. Der AK Drogen setzt jetzt auf das Bauamt Bremen-Nord. Denn die letzte Entscheidung fällt dort. Heino Stöver hofft auf „Vermittlungsgespräche“ mit dem Beirat: „Der Sachverstand eines solchen Gremiums ist bei diesem Thema überstrapaziert.“ ubu

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