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Beileidsbekundungen für Rita SüssmuthSteinmeier ordnet Trauerstaatsakt an

Im Alter von 88 Jahren ist Rita Süssmuth gestorben. Politikerinnen und Politiker loben sie für ihre Art und ihre Errungenschaften.

Rita Süssmuth 1985 Foto: dpa/picture alliance

„Stimme des Respekts“

Bodo Ramelow (Die Linke) sah Süssmuth als „eine Stimme der Menschlichkeit, des Respekts und des aufrechten Widerspruchs – auch dann, wenn es unbequem war.“ Weiter schreibt er auf X: „Ihre Haltung, ihr Mut und ihr Einsatz für unsere Demokratie wirken weit über ihre Zeit hinaus.“ (taz)

„Hochinteressante Gesprächspartnerin“

Außenminister Johann Wadephul (CDU) schätzte Süssmuth als „hochinteressante und inspirierende Gesprächspartnerin.“ „Mit ihrem Einsatz für Demokratie und Parlamentarismus, für Menschlichkeit und Gleichberechtigung war Rita Süssmuth eine der ganz großen Persönlichkeiten unseres Landes“, schreibt er. (taz)

„Mutige Person, Frau, Politikerin“

Grünen-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt beschreibt Süssmuth als „mutige wunderbare Person, Frau, Politikerin.“ Weiter schreibt sie auf X: „Ich hab viel von ihr gelernt, konnte mit ihr lachen und manchmal auch kämpfen. Ich bin sehr dankbar, sie gekannt zu haben. Und übrigens auch, dass sie eine ehrenhafte, meinungsstarke Präsidentin des Bundestages war, in Berlin, mit Klugheit, Herz und Seele, mit dem Wissen um den unendlichen Wert der Demokratie und auch der Demut für das Geschenk unserer Freiheit.“ (taz)

„Starke Stimme für Frauen“

Zu Süssmuths Tod schreibt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Sie hat sich über Jahrzehnte mit starker Stimme für Familien und Frauen eingesetzt, nicht nur als Familien- und Frauenministerin. Sie hat frauen- und gleichstellungspolitische Themen ganz oben auf die Agenda gesetzt, wo sie auch heute noch hingehören. Bis zuletzt kommentierte sie politisches Zeitgeschehen und ergriff Position in aktuellen Debatten, sie war in bester Weise streitbar und gleichzeitig Brückenbauerin.“ (taz)

Merkel würdigt Süssmuth

Altkanzlerin Angela Merkel hat die verstorbene frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (beide CDU) als „leidenschaftliche Politikerin“ und unermüdliche Kämpferin für Gerechtigkeit gewürdigt. „Rita Süssmuths Stimme wird fehlen, auch mir“, erklärte Merkel am Montag. „Wir können ihr Andenken bewahren und ehren, indem wir uns weiter für ihre Herzensanliegen engagieren.“

Süssmuth habe im Kampf für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern „die Defizite schonungslos“ benannt, erklärte Merkel weiter. Als Frauenministerin Anfang der 1980er Jahre sei Süssmuth dabei auch „Vorkämpferin für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ gewesen.

Als Bundesgesundheitsministerin habe Süssmuth zudem „mutig und gegen viele Widerstände für die Enttabuisierung und die Prävention von HIV/Aids“ gekämpft, erklärte Merkel. „Als Präsidentin des Deutschen Bundestags setzte sie sich für eine lebendige Debattenkultur und die Rechte der parlamentarischen Minderheiten ein.“ (afp)

Steinmeier ordnet Trauerstaatsakt für Süssmuth an

Deutschland verabschiedet sich von der verstorbenen ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth mit einem Trauerstaatsakt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ordnete diesen zum Gedenken an die frühere CDU-Politikerin an. Ausrichter ist der Deutsche Bundestag. Vor dem Parlament wehten die Fahnen auf halbmast.

Die nur selten angeordneten Staatsbegräbnisse und Trauerstaatsakte sind Ausdruck höchster Würdigung einer verstorbenen Persönlichkeit durch die Bundesrepublik Deutschland. Steinmeier hatte Süssmuth bereits als „großartige Frau und eine leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie“ gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an die Tochter von Süssmuth hieß es, „Rita Süssmuth ist stets vorweg gegangen, war Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild, insbesondere auch für viele Frauen.“ (dpa)

„Gesicht der Aussöhnung“ zwischen Deutschland und Israel

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hob hervor, Süssmuth habe sich als Bundestagspräsidentin nachdrücklich für eine lebendige Erinnerungskultur eingesetzt und sich gegen jede Forderung nach einem Schlussstrich gewehrt. „Rita Süssmuth war ein Gesicht der Aussöhnung von Deutschland und Israel“, erklärte Schuster. Er unterstrich zugleich ihre Rolle bei der Zuwanderung jüdischer Menschen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowie bei der Rückgabe von Kulturgütern, die in der Nazizeit geraubt wurden. (dpa)

Merz würdigt Rita Süssmuth als „große Politikerin“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die verstorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth als „große Politikerin“ gewürdigt. „Rita Süssmuth hat sich lebenslang für Deutschland engagiert“, hieß es von Merz in einer Mitteilung. Sie sei Vorbild und Vorkämpferin für die Gleichberechtigung und die politische Wirkkraft von Frauen gewesen.

Süssmuth starb im Alter von 88 Jahren. Die CDU-Politikerin gehörte dem Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1985 bis 1988 war sie außerdem Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. (dpa)

Steinmeier: Süssmuth war Kämpferin für Demokratie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die verstorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth als „großartige Frau und eine leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie“ gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an die Tochter von Süssmuth hieß es: „Rita Süssmuth ist stets vorweg gegangen, war Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild, insbesondere auch für viele Frauen.“ Das teilte das Bundespräsidialamt mit.

Das Amt der Bundestagspräsidentin habe sie durch ihren persönlichen Stil geprägt und dem Amt innen- wie außenpolitisch Gewicht verliehen, schrieb Steinmeier. Der Bundespräsident erinnerte auch an die Rolle von Süssmuth im Kampf gegen Aids. Dort habe sie verstärkt auf Aufklärung und Beratung gesetzt, um der Krankheit zu begegnen und sie zu bewältigen.

Süssmuth starb im Alter von 88 Jahren. Die CDU-Politikerin gehörte dem Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1985 bis 1988 war sie außerdem Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. (dpa)

CDU-Landeschef Lechner würdigt Süssmuth

Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner hat die verstorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth als „prägende Stimme der Einheit“ und „der Frauenpolitik“ gewürdigt. Deutschland verliere eine große Demokratin, eine leidenschaftliche Streiterin für Gleichberechtigung und eine Politikerin, die unser Land in einer seiner prägendsten Phasen mit klarem Kompass begleitet habe, sagte Lechner.

Lechner hob hervor, dass auch Niedersachsen mit dem politischen Wirken Süssmuths eng verbunden gewesen sei. Bei der Bundestagswahl 1987 kandidierte Süssmuth erstmals im Wahlkreis Göttingen, den sie dann dreimal hintereinander direkt gewann. 1998 zog sie über die Landesliste Niedersachsen der CDU letztmals in den Bundestag ein. (dpa)

Klöckner: „Politische Ausnahmeerscheinung“

Die amtierende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) nannte Süssmuth zuletzt eine „politische Ausnahmeerscheinung“ und hob vor allem ihren Elan und ihre Beharrlichkeit hervor. Nun ist ihre Vorgängerin Rita Süssmuth kurz vor ihrem 89. Geburtstag gestorben. Die Professorin für Erziehungswissenschaft stand schon früh für feministische Positionen – als „Lovely Rita“ adelte die Feministin Alice Schwarzer Süssmuth einst. In ihrer Partei, der CDU, hatte sie allerdings nicht viel Unterstützung, weshalb sie innerparteilich als „Lonely Rita“ verspottet wurde. Auf X schreibt Klöckner: „Rita Süssmuths markante Stimme wird unserem Land fehlen. Was sie erreicht hat, wird bleiben. Bei allem, was unvollendet blieb, ist es an uns, beharrlich zu bleiben, weiterzudenken, fortzuschreiten – offen und ehrlich, wie Rita Süssmuth es getan hätte.“ (afp/taz)

Laschet: „Vorbild und gute Freundin“

Auch Armin Laschet (CDU) sprach auf X seine Anteilnahme aus: „Als junger Redenschreiber lernte ich sie vor fast 40 Jahren kennen. Sie ist eine der beeindruckendsten Frauen, die ich je erlebt habe.“ Der ehemalige CDU-Bundesvorsitzende bezeichnete Süssmuth als gute Freundin und Vorbild. (taz)

Strack-Zimmermann: „Ihr Vermächtnis bleibt“

Auch Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) nahm auf X von Süssmuth Abschied. „Sie gehörte zu jener Generation von Politikerinnen, die Haltung bewiesen haben, auch wenn der Gegenwind aus den eigenen Reihen kam“, schreibt Strack-Zimmermann dort. „Ihr Vermächtnis bleibt: Mut zur Verantwortung, Respekt vor dem Menschen und der feste Glaube daran, dass Politik mehr sein muss als Machtverwaltung.“ (taz)

Auch Beileidsbekundungen aus Polen

Als „eine der herausragendsten Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen Lebens“ bezeichnete das polnische Außenministerium Süssmuth. In dem Post wurde gelobt, wie viel die CDU-Politikerin für die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen gemacht hat. (taz)

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