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BahnstreikAuf U-Bahn und Fahrrad ist Verlass

Wenn die Lokführer am Freitag streiken, steht mindestens die Hälfte aller S-Bahnen und Regionalbahnen in Berlin still. Ungeachtet der Gerichtsentscheidung zum Streik hat die Bahn einen reduzierten Fahrplan angekündigt

Streiken sie nun oder streiken sie nicht? Der für den heutigen Freitag geplante Ausstand der Lokführer könnte die Berliner ziemlich hart treffen. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will von 8 bis 11 Uhr streiken - also mitten im Berufsverkehr. Die Bahn möchte mit einem Ersatzfahrplan versuchen, möglichst viele Züge fahren zu lassen. Um auf dem Laufenden zu sein, empfiehlt es sich heute, Radio zu hören. Oder gleich aufs Fahrrad umzusteigen: Damit ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Bei Redaktionsschluss war offen, wie das Arbeitsgericht Chemnitz gestern Abend entscheiden würde. Die Deutsche Bahn hatte bei diesem beantragt, den Streik der Lokführer zu untersagen. Die unklare Lage bereitete gestern nicht nur den Redaktionen Kopfschmerzen. Wie soll man Bürger auf ein Ereignis vorbereiten, zu dem es vielleicht gar nicht kommt? Die Polizei löste das Problem mit der Formulierung: "Im Falle von Streiks rechnen wir mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Straßen, aber mit keinem Chaos."

Ungeachtet der Gerichtsentscheidung zum Lokführerstreik hat die Deutsche Bahn für heute einen reduzierten Fahrplan angekündigt. Für den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Berlin werde angestrebt, 50 Prozent der Züge fahren zu lassen, sagte der Personenverkehrs-Sprecher der Deutschen Bahn, Gunnar Meyer, gestern auf einer Pressekonferenz. Auf die Frage, welche Lokführer auf den Zügen eingesetzt würden, antwortete er: "Wir haben auch andere als GDL-Lokführer." Dem Vernehmen handelt es sich um verbeamtete Lokführer und solche, die nicht der GdL angehören. Die streikwilligen Kollegen sollen durch kurzfristige Dienstplanänderungen abgelöst werden. Die Lokführer der GDL müssten dann die Fahrerkabine räumen.

Der eingeschränkte Fahrplan soll am Freitag ab Betriebsbeginn gelten. Meyer versprach, die Fahrplanänderungen noch bis gestern Abend ins Internet zu stellen. Darüber hinaus würden alle Mitarbeiter in den Bahnhöfen über den Sonderfahrplan informieren.

U-Bahn, Busse und Straßenbahnen der BVG hingegen fahren ganz normal weiter. Ernsthafte Probleme werden heute deshalb nur Leute haben, die so wie der Journalist Ricardo R. mit der S-Bahn aus dem Umland zur Arbeit anreisen. R.s Kommentar dazu: "Ein Glück, dass ich Freitag freihabe."

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