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Autofrei wohnen

■ Schon bald in Steglitz möglich?

Die Anzahl der Berliner, die autofrei wohnen wollen, ist viel größer als bisher angenommen. In einer Umfrage des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft erklärten sich rund 44 Prozent der Stadtbevölkerung bereit, sogar ganz aufs Auto zu verzichten. Noch stärker reizte die Aussicht auf autofreies Wohnen ohne Verzicht. Von den rund 1.100 Befragten sind 56 Prozent bereit, ihr Fahrzeug bis zu 800 Meter von ihrer Haustür entfernt zu parken. Für das Bezirksamt Steglitz, das diese Umfrage zusammen mit der Firma Haberent Grundstück GmbH in Auftrag gegeben hat, ist dieses Ergebnis ermutigend. Seinem Beschluß, den ehemaligen Truppenübungsplatz der amerikanischen Streitkräfte in Lichterfelde-Süd autofrei zu bebauen, steht nun nichts mehr entgegen. Maßgebend für die Menge der Wohnungen in autoarmem oder -freiem Gebiet in Lichterfelde-Süd soll der angemeldete Bedarf der Eigentümer sein, der auch den Baubeginn, der für 1996 anberaumt ist, bestimmen wird. Mit dieser hohen Akzeptanz autoarmer beziehungsweise -freier Wohnform können wegen der entfallenen Baukosten für Stellplätze, Garagen etc. 10 bis 15 Prozent eingespart werden; sie kommt auch einer politischen Aufforderung gleich, vom Auto als traditionellem Stadtplanungskriterium in Zukunft abzusehen. Anja Sieber

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