: Ausweitung der Kampfzone in Guinea
UNHCR fordert Korridore für Flüchtlinge im Kriegsgebiet, aber die eigene Evakuierungsaktion scheitert bereits
BERLIN taz ■ Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bekommt die Flüchtlingskrise im westafrikanischen Guinea nicht in den Griff. Der neue UN-Flüchtlingshochkommissar Ruud Lubbers rief gestern in Guinea die dortige Regierung auf, „Sicherheitskorridore für Flüchtlinge und Hilfsorganisationen“ zu schaffen, um Flüchtlinge aus einem zwischen Guineas Truppen und Rebellen umkämpften Gebiet im Dreiländereck zwischen Guinea, Sierra Leone und Liberia zu evakuieren.
Zugleich wurde bekannt, dass das Lager Nyaedu, wo diese Evakuierungsaktion des UNHCR vor einer Woche begonnen hatte, inzwischen leer ist. Von den 35.000 Bewohnern sind aber lediglich 675 offiziell mit UN-Lastwagen in das vom UNHCR auserkorene Ziellager tiefer ins Landesinnere von Guinea gebracht worden. Einige tausend liefen den Lastwagen hinterher, der Rest floh woandershin.
Die 375.000 sierra-leonischen Flüchtlinge in Guinea haben der UNO mehrfach klar gemacht, dass sie nicht tiefer nach Guinea hineingeschickt werden wollen, sondern zurückkehren möchten. „Wir wollen nach Hause“, riefen Flüchtlinge im südguineischen Lager Massakoundou dem UNHCR-Chef entgegen, als er sie am Sonntag besuchte. D. J.
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