■ Heute vor fünf Jahren: Ausnahmezustand
In der nordjugoslawischen Provinz Slowenien herrscht seit heute der Ausnahmezustand. Die Grenzen sind gesperrt. Die Regierung begründet diese Maßnahme mit einer „akuten Bürgerkriegsgefahr“. In einem Arbeitervorort Warschaus fordern etwa 1.000 Jugendliche den sowjetischen Truppenabzug aus Polen. Gleichzeitig versuchen sie, ein zehn Meter hohes Lenindenkmal vom Sockel zu kippen.
In der DDR nimmt der runde Tisch langsam Gestalt an. Eine erste Tagung des neuen Gremiums ist für den 7. Dezember geplant. Die staatliche Druckgenehmigung für die Herausgabe von Literatur wird abgeschafft. Die Bezirksbehörden stellen Strafantrag gegen die ehemaligen Politbüromitglieder Honecker, Stoph und Kleiber. In der Tschechoslowakei werden nun ebenfalls die Grenzanlagen demontiert. Staatspräsident Gustav Husak hüllt sich zu den Ereignissen in seinem Land weiterhin in Schweigen. Die Forderung der Opposition, zurückzutreten, weist Husak kategorisch zurück. Zwei prominente tschechoslowakische Emigranten, Ex-Zentralkomitee-Sekretär Zdenek Mlynar und der Regisseur Milos Forman, beschließen, in ihre Heimat zurückzukehren.
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