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Auslieferung Honeckers fraglich

Moskau (dpa) — Die von der Bundesregierung geforderte Auslieferung des Ex-DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker wird immer unwahrscheinlicher. Ein namentlich nicht genannter hochrangiger Vertreter der russischen Führung sagte am Mittwoch der sowjetischen Nachrichtenagentur 'Tass‘, eine Auslieferung würde „im Endresultat dem politischen Prestige Rußlands erheblichen Schaden zufügen“. „Wir können eine zwangsweise Auslieferung des ehemaligen DDR-Führers an die Behörden der Bundesrepublik nicht verwirklichen“, bekräftigte der nach 'Tass‘-Angaben „einflußreiche“ Politiker. Seinen Worten zufolge wäre die beste Lösung, die Ausreise Honeckers in ein Drittland nicht zu behindern. Die chilenische Vertretung in Moskau bestätigte unterdessen auf Anfrage, daß sich der 79jährige weiterhin als Gast des bevollmächtigten Botschafters Clodomiro Almeyda in der Residenz der Botschaft aufhält. Ein Vertreter der nordkoreanischen Botschaft erklärte auf 'Tass‘-Anfrage, daß Pjöngjang weiter zu einer Aufnahme Honeckers bereit sei. Bereits am 13. Dezember habe die nordkoreanische Regierung eine entsprechende Bitte an das russische und das sowjetische Außenministerium gerichtet. Eine Antwort sei bisher nicht erfolgt.

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