: Aus Liebe zum Produkt
Ladendiebe erwirtschaften solides Wachstum
„Warum wird in deutschen Geschäften so viel geklaut?“, barmte dpa gestern vor den leer geräumten Regalen des hiesigen Einzelhandels. Doch nur „ein Drittel“ aller Raubzüge „wird organisierten Tätergruppen zugeschrieben“, brachte die Agentur in Erfahrung. Offenbar klaut Dieter Durchschnittsdieb nicht aus schnödem Gewinnstreben, sondern vorwiegend aus Armut, Überzeugung und Liebe zum Produkt. Zum Filzen regten die Hobbydiebe die „aktuelle politische Lage und die wirtschaftlichen Aussichten“ an – während gesetzestreuere Bürger darüber bloß in unproduktive Depression verfallen. Bei ihren Fischzügen erwirtschafteten die Spitzbuben ein gemopstes „Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr“ in die eigene Tasche. Toll, dass es überhaupt noch Wachstum in Deutschland gibt. „Spirituosen, Zigaretten und Kaffee sind besonders begehrt“, betonte die Meldung den Beitrag der Diebe zur Volksgesundheit – gefilzte Suchtmittel können nicht mehr in die Hände Unschuldiger fallen. Doch auch Kritik wurde laut: „Die Diebe werden immer aggressiver“, klagte ein Experte. Abhilfe könnten Selbstbedienungskassen schaffen, die kinderleichten Ladendiebstahl ohne störenden Verkäuferkontakt ermöglichen und Frustration gar nicht erst aufkommen lassen.
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