: Aufgeräumt und leer - der Wald
(...) Wie heute in der Hessenschau zu erfahren war, hat der Orkan große Baumbestände niedergewalzt, und das wurde von den zuständigen Förstern sehr bedauert. Dieses Trauerspiel wäre meiner Meinung nach zu verhindern gewesen. Hätte man nämlich nicht die kleineren Bäume am Waldrand abgeholzt, die den Wind hätten abschwächen können, und hätte man nicht die starken Bäume aus dem Wald geholt, die sich so gut verkaufen lassen, dann hätte der Wald diesen Sturm locker überlebt.
Wer bewußt durch den heutigen Wald spaziert, kann doch nicht übersehen, daß unser Wald aufgeräumt und leer ist, wie die Behausung eines asketisch lebenden Spartaners, der mit Meister Propper putzt. Nicht einmal Büsche oder Sträucher, ja nicht einmal herabgefallene Äste sind zu sehen. Sie werden sofort weggeräumt, damit der Förster freie Sicht für seine Flinte hat. (...) Alles, was am Boden liegt, wird eingesammelt, aufgeschichtet und anschließend verbrannt. Warum man das ganze Zeug verbrannte und nicht zu Humus verrotten ließ, habe ich nie verstanden. (...)
Wenn die Förster nicht endlich mit dieser tödlichen Geldmacherei aufhören und den Wald zufrieden lassen, werden sie sich ihren eigenen Arbeitsplatz wegrationalisieren.
Ingo Rock, Butzbach
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