: Auf der Zeitschiene in die Hauptstadt?
■ Einen Tag vor der Abstimmung Bonn gegen Berlin stieg auch Aussitzer Kohl voll ins Chaos ein: Umziehen sollen nur Bundespräsident und Bundesrat — über den Bundestag soll später entschieden werden
Berlin/Bonn (taz) — Bald ist es vollbracht. Auch wenn gestern keiner wußte wie: Morgen früh soll die Entscheidung über den deutschen Regierungssitz gefallen sein. In Bonn erreichte das vorbereitende Chaos gestern seine schönsten Höhen. Abgestimmt wird, vielleicht, nur über Bonn und Berlin, vielleicht auch über den Geißler-Antrag — vielleicht aber auch über ein ganz neues „Zeitschienen-Modell“ von Bundeskanzler Kohl und Innenminister Schäuble: Bundespräsident und Bundesrat sollen sofort nach Berlin umziehen; die endgültige Entscheidung über den Sitz des Parlaments soll jedoch erst in einigen Jahren fallen. Welche Anträge auch immer eingebracht werden — eins ist sicher: Mindestens 120 Abgeordnete wollen reden, bis zu zehn Minuten lang. Uns droht eine Sternstunde des Parlaments.
Bereits gestern bügelte die Koalition den SPD-Vorstoß für eine Volksabstimmung ab. SEITEN 2, 6 und 10
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