Atommüll nach Russland

Blockade hinter Rock'n'Pop

AtomkraftgernerInnen stoppen Uranzug kurz hinter Gronau in NRW. Sie protestieren gegen den Export zur Aufbereitung von Uranhexaflorid nach Russland.

Blockade von Atomzug im Wald

Alle Räder stehen still: Blockade über den Gleisen hinter Gronau Foto: Twitter.com/Urantransport

BERLIN taz | AtomkraftgegnerInnen haben einen Zug mit nuklearem Abfall auf dem Weg nach Russland kurz nach der Abfahrt im westfälischen Gronau blockiert. Im Wald von Metelen stoppten zwei Aktivisten den Transport mit radioaktivem und giftigem Uranhexafrorid (UF6) auf offener Strecke, indem sie sich über der Strecke abseilten. Die Blockade soll nach Auskunft der Organisation „contrAtom“ einen „sofortigen und endgültigen Exportstopp“ für die Abfälle aus der Uran-Anreichungsanlage (UAA) bewirken.

Der Atomzug ist eingeklemmt: Denn auch hinter ihm hat sich nach Angaben von contrAtom ein anderer Aktivist über den Gleisen abgeseilt. Am Rock'n'popmuseum von Gronau hänge ebenfalls eine Person, hieß es, so dass der Zug weder vor noch zurückfahren kann.

Eine Sprecherin der Polizei in Münster bestätigte, dass der Zug gestoppt wurde. Die Polizei sei mit der Münsteraner Hundertschaft im Einsatz, auch die Bundespolizei sei involviert. „Zur Zeit laufen die Gespräche, das Ziel ist, dass der Zug weiterfahren kann“. Wann das sein wird, sei nicht abzusehen. Dazu müsse erst klar werden, wie die AktivistInnen festgemacht seien.

Radioaktiv und hochgiftig

Die Proteste der Umweltschützer richten sich gegen den Export des UF6 aus Gronau, den die Firma Urenco nach Novouralsk schicken will. Insgesamt 6.000 Tonnen des hochgiftigen und radioaktiven Stoffs sollen in eine Anlage des russischen Konzerns Rosatom gebracht werden.

Offiziell gilt der Transport nicht als Müllexport, denn es handelt sich nach offizieller Sichtweise um „Wertstoff“, weil ein Teil des UF6 wieder aufbereitet und nach Deutschland zurückgebracht werden soll.

„Das ist kein Wertstoff, sondern Müll“, sagt dagegen Vladimir Slivyak von der russsichen Umweltorganisation Ecodefense: „Warum sonst sollte Urenco Rosatom bezahlen – und nicht umgekehrt?“

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