Atomgegner über deutschen AKW-Müll: "Russland ist illegales Endlager"
In Frankreich herrscht große Aufregung, weil der staatliche AKW-Betreiber Atommüll in Russland entsorgt haben soll. Anti-Atom-Organisationen werfen das auch der Bundesregierung vor.
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BERLIN afp | Auch Deutschland hat nach Angaben von Atomkraft-Gegnern radioaktive Abfälle nach Russland verschickt. Die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" erklärte am Mittwoch in Berlin: "Seit 1996 wurden aus der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau etwa 22.000 Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid nach Russland transportiert."
Ein Sprecher des Umweltministeriums wies die Meldung in Berlin zurück und sagte, es sei auszuschließen, dass deutscher Atommüll in Russland lagere. Bei dem geschilderten Fall handele es sich nicht um Atommüll, sondern um eine Vorstufe der Atomkraftnutzung, der Brennstoffherstellung. "Das Thema ist Im- und Export von an- und abgereichertem Uran. Das ist auch gar nicht neu", sagte der Sprecher.
Jochen Stay, Sprecher von "ausgestrahlt", sagte demgegenüber: "Die deutschen Stromkonzerne entsorgen ihren Atommüll seit Jahren illegal in Sibirien. Einmal mehr ist bewiesen, dass die Atomindustrie ihren Müll genauso entsorgt wie die Mafia in Italien: Sie kippt ihn einfach irgendwo hin."
Nach Zeitungsberichten über die illegale Entsorgung von französischem Atommüll nach Sibirien, hatte die französische Regierung am Dienstag eine interne Untersuchung beim staatlichen Atomkraftbetreiber EDF befürwortet. Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno sagte, sie wolle aber "keine übereilte Entscheidung" treffen und erst alle Informationen sammeln. Die Tageszeitung "Libération" hatte berichtet, dass EDF seit den 90er Jahren jährlich 108 Tonnen Atommüll nach Russland verschickt habe, welcher unter freiem Himmel gelagert werde. EDF hatte dementiert, dass es sich um Atommüll handele.
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