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Lehrerversetzung reißt Lücken in den Stundenplan

■ Umsetzung von Lehrern soll Unterrichtsausfälle ausgleichen. Protest an betroffenen Schulen

Der Unmut und Protest von LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen wächst, weil seit Anfang dieser Woche wegen des ständigen Unterrichtsausfalls 110 LehrerInnen an Schulen umgesetzt worden sind. „Es hat überhaupt keinen Sinn, während des laufenden Schuljahres Lehrer hin und her zu schieben“, beschwert sich Heike Bergmann, Elternvertreterin an der Rudolf-Hildebrand-Grundschule in Marienfelde.

Dort wurde nach den Winterferien eine Lehrerin an eine andere Schule, die Alfred-Adler-Grundschule in Marienfelde, umgesetzt. Hier fehlte eine Lehrerin für 15 Stunden Mathematikunterricht und für zehn Stunden Förderung von Kindern nichtdeutscher Herkunft. In der Rudolf-Hildebrand- Schule gibt es rechnerisch 50 Lehrerstunden zuviel auf der Stundentafel, weil unter anderem zwei Referendare eingestellt worden sind. „Doch diese Referendare sind auch in verschiedenen Klassen eingesetzt, sie sitzen nicht in der Ecke rum“, sagt Bergmann.

Deshalb wird die umgesetzte Lehrerin nach Ansicht von Bergmann dringend benötigt. Sie ist zwar keine Klassenlehrerin, unterrichtete aber in den 6. Klassen Mathematik, Erdkunde und Geschichte. Bergmann: „Ihre Umsetzung reißt jetzt natürlich auch Lücken.“ Mit ihrem Weggang wurde an der Rudolf-Hildebrand-Grundschule Anfang der Woche eine 3. Klasse komplett aufgelöst, die Kinder in andere Klassen integriert. Die dadurch „überflüssig“ gewordene Lehrerin unterrichtet jetzt in den 6. Klassen. Bekannt wurden diese Pläne am letzen Tag vor den Winterferien.

„Für die Kinder ist das eine große Belastung“, sagt die Elternverterin. Deshalb demonstrierten Mitte der Woche 350 Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen. Außerdem sammelten sie 700 Unterschriften gegen die Umsetzung.

Auch die Schulleiterin ist sauer: „So etwas habe ich in 25 Jahren Dienst noch nie erlebt“, sagt Gisela Hänel. Natürlich müßten in Notfällen Lösungen gefunden werden. Es wäre jedoch günstiger gewesen, eine Überhangskraft zum Beispiel aus Hellerdorf einzustellen, wo einige Grundschulen wegen Schülermangels aufgelöst würden.

Der Leiter des Landesschulamtes, Wolfgang Schimmang, verteidigt die Umsetzungen: „Am Anfang des Schuljahres haben fast alle Schulen einen dünnen Personalüberhang gehabt“, sagte er. Durch Personalaustritte und langfristige Krankheitsfälle hätte sich das aber verändert. „Die Schulen mußten damit rechnen, daß umgesetzt wird“, sagt Schimmang. Julia Naumann

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