piwik no script img

Anti-Rassismus-Aufruf: Schnoor und Heinemann machen Rückzieher

Düsseldorf (taz) - Die beiden NRW-Landesminister Herbert Schnoor und Hermann Heinemann haben am Dienstag nach heftiger Kritik seitens der CDU ihre Unterschrift unter den Aufruf „Der Intoleranz keine Chance“ zurückgezogen. In dem von zahlreichen Künstlern und Politikern unterzeichneten Appell wird angesichts der Wahlerfolge von rechtsradikalen Parteien für „Offenheit und kulturelle Vielfalt“ in NRW geworben. Weiter heißt es, daß es „mit rechtsradikalen und neofaschistischen Gruppierungen weder parlamentarische noch andere Formen der Zusammenarbeit geben darf“. Weil das Papier von der Deutschen Friedensunion (DFU) verbreitet wird, die im Verfassungsschutzbericht des Innenministers als „DKP-beeinflußte Organisation“ firmiert, hatte der CDU -Fraktionsvorsitzende Bernhard Worms dem Verfassungsminister Schnoor ein „Bündnis mit Intoleranten“ vorgeworfen und von einer „Ungeheuerlichkeit“ gesprochen. Dieser Angriff muß die beiden Minister so in Angst und Schrecken versetzt haben, daß sie wenige Stunden später sogleich versicherten, nicht gewußt zu haben, daß die DFU mit dem Aufruf werbe. Trotz ihres Rückzuges, so die mutigen Streiter gegen den Rassismus, stünden sie aber inhaltlich „nach wie vor zu den Zielen der Erklärung“.

J.S.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen