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Angriff auf den vorweihnachtlichen Frieden

■ Ungewöhnliche Aktion gegen den Afghanistan-Krieg in Ottensen

Eine Demonstration der besonderen Art führten gestern am frühen Abend etwa 30 AktionistInnen eines neu gegründeten Bündnisses gegen den Afghanistan-Krieg durch. Als Soldaten verkleidet marschierten 20 TeilnehmerInnen hinter einem Lautsprecherwagen durch Ottensen. Begleitet von lauter, an Sirenengeheul erinnernde Musik kommentierte eine Sprecherin das Geschehen.

Am Spritzenplatz fand die eigentliche Performance statt: Ein als Bundeskanzler verkleideter Teilnehmer hielt eine ironische Rede zur Verantwortung Deutschlands bei Kriegseinsätzen. Anschließend wurden die Soldaten vereidigt und schworen mit erhobener rechter Hand, „unsere wirtschaftlichen Interessen zu sichern, unseren Wohlstand zu mehren und uns gegen Neider und Hungerleider aus aller Welt zu verteidigen“. Nach einer Schweigeminute „gegen das Böse“ tauschten sie Gewehre gegen Flugblätter und verteilten Informationsmaterial an Passanten.

„Wir wollten mit dieser Aktion provozieren und den vorweihnachtlichen Frieden ad absurdum führen“, erklärt Martina Weber vom Aktionsbündnis. Die Idee zu der Performance sei enstanden, weil sie aus linker Perspektive etwas anderes als die üblichen Friedensdemonstrationen machen wollten. „Wir wollten ganz direkt die Leute, die hier leben oder ihre Einkäufe machen, erreichen“, so Weber. Bis auf einige ungeduldig hupende Autofahrer waren die Zuschauer von der Aktion sehr angetan: „Das war echt klasse gemacht“, meint Nico Costas. „Aber ich denke, dass viele Leute gar nicht verstehen, was damit eigentich kritisiert wurde. Die meisten sind dem Krieg gegenüber doch viel zu gleichgültig.“

Annette Kohlmüller

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