: Andreas Semisch freigelassen
Frankfurt (taz) - Gestern nachmittag konnte Andreas Semisch nach über zweijähriger Untersuchungshaft das Gefängnis verlassen. Semisch, der im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten an der Frankfurter Startbahn West im Herbst 1987 der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der „Gruppe Eichler“, angeklagt war, kann jetzt damit rechnen, daß sein Verfahren vom „Startbahn-Prozeß“ abgetrennt wird. Die Freilassung erfolgte nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts. Auf der Anklagebank verbleiben dann von den ursprünglich sieben Angeklagten nur noch Andreas Eichler und Frank Hoffmann.
Semisch, dem das Absägen von Strommasten und Brandanschläge zur Last gelegt werden, war verhaftet worden, weil ein Sprachgutachter des Bundeskriminalamtes ihm in einer umstrittenen linguistischen Analyse unterstellt hatte, vier Bekennerschreiben verfaßt zu haben. Seine von der Haftentlassung gestern überraschten Verteidiger hatten am letzten Verhandlungstag bereits mit Spannung zur Kenntnis genommen, daß der Staatsschutzsenat unter Vorsitz von Richter Schieferstein erklärte, er habe in der Beweisaufnahme keinen Anhalt für diesen Anklagepunkt gefunden.
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