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Amnesty beklagt Terror in Indonesien

■ Armee für Tod von 2.000 Menschen verantwortlich gemacht

London/Bonn (epd) – Die Menschenrechtsorganisation amnesty International hat Folter, willkürliche Verhaftungen und das „Verschwindenlassen“ von Menschen in der indonesischen Provinz Aceh (Nordsumatra) angeprangert. In den vergangenen Jahren seien mehr als 2.000 Menschen, darunter viele Kinder und Alte, in Aceh von Sicherheitskräften getötet worden, betonte amnesty in einem heute in London und Bonn veröffentlichten Bericht.

Die indonesische Regierung dulde die „systematischen Übergriffe auf die Zivilbevölkerung“, ohne die Täter zu bestrafen, heißt es in dem Bericht weiter. Nach Darstellung von amnesty geht die indonesische Armee seit 1989 massiv gegen die bewaffnete Oppositionsgruppe „Aceh Merdeka“ vor, die für die Unabhängigkeit der Provinz kämpft. Opfer der Anti- Guerilla-Aktionen des Militärs würden aber vor allem unbewaffnete Zivilisten.

Einige der Opfer sind amnesty zufolge öffentlich hingerichtet, andere „unter rätselhaften Umständen“ ermordet worden. Mehr als 1.000 Menschen wurden amnesty zufolge willkürlich verhaftet, und Hunderte von Gefangenen „verschwanden“ in Militärhaft. In einigen Fällen seien Gefangene sogar zu Tode gefoltert worden.

Zu den in Indoniesien praktizierten Foltermethoden gehörten Schnittwunden mit Rasierklingen, das Ausdrücken glühender Zigaretten auf der Haut, Schläge, Elektroschocks, Todesdrohungen und Scheinhinrichtungen. Auch die Unabhängigkeitsbewegung macht Amnesty für Gewalttaten wie die Ermordung von angeblichen Kollaborateuren verantwortlich.

Nach der Eskalation der politischen Gewalt an der Jahreswende 1990/91 gingen die Übergriffe nach amnesty-Informationen zurück. Dennoch hielten schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter, „Verschwindenlassen“ und außergerichtliche Hinrichtungen in Aceh an. Das brutale Vorgehen der Armee dort erinnere an die Methoden zur „Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung“ in Ost-Timor und anderen Landesteilen. Übergriffe der Separatisten in Aceh dürften nicht zur Rechtfertigung von Menschenrechtsverletzungen der Regierungstruppen dienen. amnesty appellierte an die indonesische Regierung und die Staatengemeinschaft, sich für die Wahrung der Menschenrechte in Aceh einzusetzen.

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