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Alpträume drei- bis viermal die Woche

■ UNICEF startet Anti-Trauma-Programm für kriegsgeschädigte irakische Kinder/ Ähnliche Aktionen bereits in anderen Ländern

Bagdad (afp) — Ob in Kroatien, Israel, dem Libanon oder Irak — Kinder sind immer unschuldig Leidtragende der Kriege, die Erwachsene führen. Schreckliche Alpträume und psychische Schäden sind die Folgen mit denen sie fertig werden müssen. Betroffenen Kindern im Irak soll jetzt geholfen werden. Die Regierung in Bagdad plant in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) ein Programm zur Bekämpfung des Kriegstraumas bei Kindern, das in Kindergärten, Vorschulen und Schulen eingeführt werden soll. Das erklärte der Gesundheitsminister Umid Medhat Mubarak.

Nach Angaben von UNICEF ist das genaue Ausmaß der psychischen Störungen, die durch den Krieg verursacht worden sind, schwer zu messen. Bei einer 'afp‘-Umfrage unter irakischen Kindern sagten allerdings die meisten, daß sie nachts von Kämpfen, Bombenangriffen und Toten träumen. Der 12jährige Hamed Majed zum Beispiel zittert und kämpft mit den Tränen, wenn er an die Leiche seiner Schwester denkt, die im Golfkrieg durch eine US- Rakete getötet wurde. „Sie fehlt mir“, mehr sagt er nicht. Ein 10jähriges Mädchen erzählt, daß die Alpträume drei- bis viermal in der Woche wiederkommen. Am schlimmsten sei es, wenn sie im Traum ein unbekannter Feind verfolge oder die Flugzeuge Bagdad bombardierten.

Für das Anti-Trauma-Programm sollen zwei UNICEF-Psychologen in Bagdad und in den Städten im Süden des Irak die Schulung des pädagogischen Personals übernehmen. Diese Regionen sind besonders betroffen, da dort in den letzten zwölf Jahren drei Kriege getobt haben. 1980 bis 1988 der Iran/Irak-Krieg, 1991 der Golfkrieg und die darauffolgenden Schiiten-Aufstände. „Am besten läßt man die Kinder alle ihre schrecklichen Träume und Erinnerungen erzählen oder aufschreiben“, erklärte der Repräsentant der UNICEF in Bagdad, der Mediziner Enzio Gianni Murzi das Programm. „Ein Kind muß sagen können, was es beängstigt“, sagte er.

Die UNICEF hat ähnliche Programme bereits in Libanon und in den besetzten Gebieten Israels eingeführt. Mubarak berichtete, daß bereits während des Iran/Irak-Krieges ein ähnliches Programm erarbeitet wurde, das allerding nie zur Anwendung kam.

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