■ Alles über Spargel: Supermännchen bringen Ertrag
In Niedersachsen wird auf knapp 2.000 Hektar Ackerfläche Spargel angebaut. Geerntet werden kann erst nach mehrjähriger Vorarbeit. Im ersten Jahr wird der Boden gelockert und gedüngt, erläutert Jürgen Mehwald von der Landwirtschaftskammer Hannover. Im nächsten Jahr werden die Jungpflanzen gesetzt, zunehmend nur noch männliche. „Bei den weiblichen Pflanzen geht nach der Ernte zuviel Kraft in die roten Beeren“, weiß Mehwald. „Deshalb werden jetzt Supermännchen herausgezüchtet. Die bringen einen höheren Ertrag.“
Bis zur ersten Ernte brauchen die Pflanzen nun noch zwei Jahre Schonung. Vollen Ertrag gibt es erst im vierten Jahr. Nach acht Erntejahren werden die Stangen dünner und die besonders leckeren Köpfe spalten sich zunehmend – höchste Zeit, die ganze Anlage umzupflügen. Das Feld darf mindestens acht Jahre nicht mehr mit Spargel bepflanzt werden, denn der verträgt sich nicht mit sich selbst. Die alten Wurzelreste reagieren giftig auf Nachwuchs.
„Spargel kannten schon die alten Ägypter“, erklärt Ulrich Bauer, Fachberater für Gemüseanbau der Landwirtschaftskammer in Braunschweig und Spargelkenner aus Passion. Die Mönche des Klosters St. Gallen bauten das schmackhafte Liliengewächs mit dem nierenreinigenden Bitterstoff schon im Mittelalter an, fand Bauer in alten Urkunden. Auch an deutschen und französischen Höfen wurden die Luxusstangen aufgetischt. Bekannt war damals allerdings ausschließlich der Grünspargel. Der Bleichspargel wurde im 18. Jahrhundert bei dem Versuch entdeckt, das Edelgemüse in Gewächshäusern mit Wärme und Lichtabschluß vorzutreiben. Seit damals gilt: je makelloser das Weiß, desto höher der Preis. asp
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