■ MediaBazaar: Alle gegen einen
MDR-Intendant Udo Reiter bleibt allein auf weiter Flur: Seine Forderung nach Zusammenlegung von ARD-Anstalten stößt (noch) auf den Widerspruch aller anderen Intendanten. Reiter hatte eine Anhebung der Rundfunkgebühren für die Ostdeutschen nicht zumutbar genannt. Die restlichen ARD- Intendanten dagegen sind sich einig: Nach sechs Jahren muß 1997 wieder erhöht werden. Reiters Nullrunde stehe im Widerspruch zu den eigenen Anmeldungen des MDR zur Finanzplanung der ARD. Empörung hat Reiters Weigerung ausgelöst, sich am Finanzausgleich zu beteiligen, nachdem seine Anstalt aus westdeutschen Gebühren aufgebaut wurde.
Eine Strukturreform, so ARD- Vorsitzender Jobst Plog, sei notwendig, aber in Form von Zusammenarbeit – nicht als Zusammenlegung von Sendern. Es sei töricht, sich einen solchen „Mühlstein an den Hals zu hängen“, solange noch nicht einmal im politischen Bereich die Absicht für eine Neuordnung erkennbar sei. Bekannt ist allerdings, daß die Länder Bayern, Sachsen Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg offen und, insgeheim, auch einige SPD-regierte für Fusionen sind.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen