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Algenblüte frißt CO 2

■ Messungen der Meteor beweisen: Plamkton bremst den Treibhauseffekt

beweisen: Algenblüte bremst Erderwärmung

Mit neuen Erkenntnissen über den Einfluß der Ozeane auf das Klima ist das Hamburger Forschungsschiff „Meteor“ gestern in seinen Heimathafen zurückgekehrt. Seine 21. Reise führte das 1986 in Dienst gestellte Schiff fünf Monate lang in den Nordatlantik, von den Kanarischen Inseln bis ins Polarmeer. Wichtigste Kunde der Hamburger und Kieler Wissenschaftler: Ihre biologischen, chemischen und physikalischen Untersuchungen an Bord bestätigten die These, daß Meeresalgen den Treibhauseffekt abschwächen und die globale Erwärmung verzögern.

Die winzigen Planktonpflanzen sind nicht nur die Nahrungsgrundlage für alles Leben im Meer, sie nehmen auch große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) auf. Mit der gestern beendeten Expedition konnte der Nachweis erbracht werden, daß die sogenannte Frühjahrsblüte der Algen einen direkten Einfluß auf den Austausch von CO2 zwischen Ozean und Atmosphäre hat. Die Pflanzen nehmen durch ihr Wachstum das im Wasser gelöste Treibhausgas auf und lagern es ein. Der dadurch entstandene CO2-Mangel im Meerwasser wird durch den Austausch mit der Atmosphäre ausgeglichen. So verringert das Planktonwachstum die Konzentration des für die Erderwärmung entscheidendste Gas in der Atmosphäre. Nach Modellrechnungen wird die Hälfte des vom Menschen produzierten CO2 von den Ozeanen verschluckt.

Das sollte aber nicht zu sehr beruhigen, warnt Prof. Jan C. Duinker, einer der wissenschaftlichen Fahrtleiter der „Meteor“. Die Ozeane könnten den weltweiten Temperaturanstieg zwar verzögern, aber selbst wenn heute der CO2- Ausstoß gestoppt würde, stiege die Temperatur weltweit noch mindestens zehn Jahre lang weiter an.

Der CO2-Abgase kommen uns teuer zu stehen. Allein der Betrieb der „Meteor“ kostet die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Forschungsministerium 30000 Mark am Tag, dazu kommt etwa eine halbe Million pro Reise für die Wissenschaft. Vera Stadie

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