piwik no script img

Aktionen gegen Rechts

■ Antifaschistische Gruppierungen planen bundesweite Mobilisierung gegen Rechts / Eine Liste geplanter Aktivitäten

Nürnberg (taz) – Antifaschistische Gruppierungen wollen der bundesweiten Mobilisierung der Neonazis zu einer „Nationalen Aktionswoche“ zum Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß nicht tatenlos zusehen. Sie rufen ihrerseits zu Demonstrationen auf.

„Anstatt wie in den letzten Jahren hinter den Nazis herzufahren, um dann vor einem riesigen Polizeiaufgebot zu stehen, das diese schützt, wird es fast im gesamten Bundesgebiet Aktionen gegen die Faschisten in den entsprechenden Regionen geben“, heißt es in einem Aufruf der „Antifaschistischen AKTION 94“. Zudem wurde eine Kampagne gestartet, mit der erreicht werden soll, daß Busunternehmen den Rechtsextremisten keine Busse für deren geplante Aufmärsche zur Verfügung stellen.

Folgende Aktivitäten sind bislang geplant:

– Bonn: Kundgebung gegen den FAP-Funktionär und „Anti-Antifa“-Initiator Norbert Weidner (12.8., 16 Uhr, Martin-Legros- Straße); die Neonazis rufen währenddessen dazu auf, ihrem „Kameraden persönliche Besuche abzustatten“, um diesen vor der „drogensüchtigen Antifa“ schützen zu können.

– Hamburg: Demonstration hin zur Kanzlei des Nazi-Rechtsanwaltes Jürgen Rieger (Treffpunkt: 12.8., 16 Uhr, S-Bahnhof Blankenese).

– Düsseldorf: Demonstration gegen die „Freiheitliche Arbeiterpartei Deutschlands“, FAP, (12.8., 17 Uhr, Ecke Henkelstraße/Bonnerstraße, Endhaltestelle U74/ U77).

– Berlin: Demonstration von der Schönhauser Allee zur Osloer Straße u.a. zum Wohnort des Neonazi-Kaders Arnulf Priem und zum Zentrum der „Grauen Wölfe“ (13.8., U-Bahnhof Schönhauser Allee).

– Nürnberg: Demonstration zum Schulungszentrum der „Jungen Nationaldemokraten“ (13.8., 13 Uhr, Lorenzkirche).

– Reinwarzhofen (Bayern): „Internationales Anti-Nazi-Camp“ der Jugend gegen Rassismus in Europa (13.–20.8., Infos: 02 21/81 18 86).

– Leipzig: Antifaschistische Aktionswoche vom 12. bis 14.8.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen