: Affige Arroganz
Hybris von Wissenschaft und Medien schlimm
Als sich die Sonne am schwülkühlen Berliner Donnerstag wieder durch die Wolken boxte, da erscholl ein tarzanesker Ruf der wilden Wahrheit durch ihre Hallen: „Endlich, endlich mal eine affenstarke Affenmeldung!“ Hatte uns doch die lutherische Presseagentur epd gekabelt: „Affen-Kommunikation ähnelt menschlichen Gesprächen.“ Demnach haben „Weißbüschelaffen einer Studie zufolge offenbar Kommunikationsmuster, die eng mit denen von Menschen verwandt sind.“ Eine Untersuchung des Instituts für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück zeigt jetzt nämlich, dass „die Primaten strukturierte Dialoge führen, bei denen sich die Tiere abwechseln und oft den Ruftyp ihres Gesprächspartners spiegeln. Zudem passten die Tiere ihre Lautäußerungen flexibel daran an, wer ihr Gegenüber ist und ob dieses zur eigenen Gruppe gehört.“ Diese Form „der kooperativen Gesprächsorganisation sei bislang vor allem dem Menschen zugeschrieben worden.“ Haallooo! Schön wäre es, würde menschliche Kommunikation derzeit überall so zivil ablaufen! Wir können das nicht erkennen, haallooo! Hört uns hier überhaupt jemand zu?
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen