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Abschiebung trotz Familie

■ Seit 20 Jahren in Deutschland lebender Grieche protestiert mit einem Hungerstreik gegen geplante Abschiebung

Bayreuth (taz) — Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit weigert ein griechischer Gefangener sich seit nunmehr über zwei Monaten zu essen. Mit seinem Hungerstreik in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth protestiert Georgis Chrissovergis gegen seine geplante Abschiebung, die unmittelbar nach Strafverbüßung erfolgen soll.

Der 28jährige Chrissovergis lebt seit 20 Jahren in der Bundesrepublik, ist seit vier Jahren mit einer deutschen Staatsangehörigen verheiratet und hat mit dieser ein Kind. Trotz dieser Bindungen besteht die zuständige Ausländerbehörde in Nürnberg auf einer Abschiebung da Chrissovergis angeblich ein Drogenhändler ist, gegen den eine unanfechtbare Ausweisungsverfügung aus dem Jahre 1987 besteht.

Tatsächlich wurde Chrissovergis wegen Haschischhandels verurteilt. Bereits als Jugendlicher verbüßte er eine Strafe aus dem gleichen Grund — eine anschließende Therapie stand er nicht durch. Sein anschließender Drogenhandel, dies bestätigte auch das Gericht, diente lediglich der Finanzierung des Eigenbedarfs.

Neuerliche Anträge von Georgis Chrissovergis, eine neuerliche Drogentherapie zu beginnen, blieben ohne Antwort. Statt dessen legte Anstaltsleiter Springer Frau Chrissovergis nahe, sich doch lieber von ihrem Mann zu trennen. Nach Angaben seines Anwalts ist Georgis Chrissovergis mittlerwerile gesundheitlich stark gefährdet. Er ist bereits von 85 auf 64 Kilo abgemagert, hat Schwächeanfälle, Sehstörungen und Nierenschmerzen. Ein Einlenken der bayerischen Behörden ist jedoch nicht abzusehen. Kai Metzner

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