: Abschiebehaft mildern
Flüchtlingsdienste fordern: Höchstens drei Monate Abschiebehaft. Minderjährige ganz verschonen
BERLIN taz ■ Auf Initiative des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes haben gestern mehrere Nichtregierungsorganisationen eine Änderung der Regelungen der Abschiebehaft gefordert. Unter anderem verlangen sie, dass eine Haft für Personen unter 18 Jahren sowie eine Haft, die drei Monate übersteigt, unzulässig werden. Illegale Einreise und der Verdacht des Untertauchens sollen als Haftgründe entfallen.
Corina Sandersfeld vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst erinnerte daran, dass die Abschiebehaft keine Strafhaft, sondern ein „Eingriff in das Grundrecht der Freiheit der Person“ sei und deswegen dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entsprechen müsse. Pro-Asyl-Sprecher Heiko Kauffmann warnte vor einer „Instrumentalisierung“ der Attentate in den USA für eine Verschärfung der Abschiebe. Laut dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst gibt es zurzeit bundesweit zwischen 30.000 und 35.000 Abschiebehäftlinge. VH
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen