: AMCHA in Berlin
■ Noch heute bedrohen Traumata die Überlebenden des Holocaust / AMCHA hilft, ist aber auf Spenden angewiesen
West-Berlin. In Israel leidet jeder vierte der rund 200.000 Überlebenden des Holocaust an physischen und psychischen Krankheiten, die auf traumatische Erlebnisse in Konzentrationslagern zurückzuführen sind. „Bei vielen haben sich erst Jahrzehnte nach dem Naziterror psychische Schäden gezeigt, mit denen sie nicht alleingelassen werden dürfen“, sagte Maurits Cohen von der israelischen Organisation AMCHA. Diese setzt sich für die Behandlung von Spätschäden bei Überlebenden des Holocaust ein und stellte ihre Arbeit gestern Journalisten in Berlin vor.
„Ich freue mich besonders, daß sich die neue DDR-Regierung zum Leiden des jüdischen Volkes in ihrem Land bekannt und uns eine substantielle Hilfe zugesagt hat“, betonte Cohen. AMCHA startete vor zwei Jahren in Israel. Zwei Behandlungszentren und mehrere Anlaufstellen bieten dort den Überlebenden und ihren Nachkommen Hilfe an, sagte Cohen. Viele hätten ihre Vergangenheit verdrängt und würden nun von ihr eingeholt. Da das Bundesentschädigungsgesetz für die Behandlung von Spätschäden keine finanziellen Mittel vorsehe, finanziere sich AMCHA ausschließlich aus Spenden. In West-Berlin gibt es seit etwa fünf Monaten einen Verein der Freunde und Förderer von AMCHA, der die Arbeit der Organisation unterstützt und Betroffene betreut. Spendeninitiativen gibt es unter anderem auch in Bonn und Köln. Ziel ist die Gründung einer Stiftung in der Bundesrepublik.
dpa
Verein der Freunde und Förderer von AMCHA, z. Hd. Hartwig Bierhoff, Bundeshaus PT 420, 5300 Bonn
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