5 dinge, die wir gelernt haben:
1 Merz kommt in die Pubertät
So viel Beifall von links hat der Kanzler noch nie bekommen wie nach seiner Rede bei der Münchner Unsicherheitskonferenz, als er sagte: „Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung in den USA ist nicht unserer.“ Diese erfreuliche Abgrenzung war zwar nicht ganz so eindeutig, wie sie ankam, weil sie durchaus Raum für seinen eigenen Kulturkampf als Stadtbildhauer ließ. Aber gemessen an der Zielvorgabe im aktuellen Bestseller von Zeit-Geist Holger Stark, in dem sich „Das erwachsene Land“ von den USA abnabeln sollte, ist Merz zumindest in der Pubertät angekommen. Wie sich der frühere Atlantikbrückenbauer weiterentwickelt, wird sich Anfang März zeigen, wenn Merz nach Washington fliegt.
2 Söder geht in den Kindergarten
Der Markus, der einst unbedingt Kanzler anstelle des Kanzlers werden wollte, hat sich am Aschermittwoch dankenswerterweise aus der Weltpolitik verabschiedet und in seine „linksgrüne Verbotszone“ Bayern zurückgezogen, wo er sich weiter an „Habeck-Minions“ und Audi-fahrenden Linken abarbeitet, als gäbe es keinen Trump, keinen Putin und nur noch ein Traumziel im März: die Kommunalwahlen.
3 Merkel bleibt im Ruhestand
Die Ex-Kanzlerin hat es nicht abgelehnt, aber als „abwegig“ abgetan, dass sie die erste Bundespräsidentin werden könnte. Womit Angela Merkel wahrscheinlich recht hat, weil ihre größten Fans die kleinen Grünen sind und es kaum vorstellbar erscheint, dass Merz seine ewige Nemesis zur Schlossherrin krönt. Dafür müsste er plötzlich altersmilde werden. Es lässt sich auch bezweifeln, ob ausgerechnet Merkel für die Union besonders hilfreich wäre, um die AfD kleinzukriegen. Aber wer weiß, bis zur Wahl im Januar ist noch Zeit. Einig sind sich die Parteichefs bisher nur, dass diesmal bitte gern eine Frau Präsidentin werden soll – damit das Übergewicht der Männer auf den echten Machtposten nicht mehr ganz so krass auffällt.
4 Für Schwarzer ist’s schwierig
Echte Machtposten bekommen Frauen zurzeit auffallend oft bei Rechtsextremen, wie Meloni, Le Pen und Alice Weidel. Was jetzt Alice Schwarzer in die Bredouille brachte. Auf die Frage, ob Weidel als Kanzlerin gut für die Sache der Frauen wäre, sagte Schwarzer, das sei „schwierig“, aber eine Kanzlerin Weidel „hätte trotz alledem vermutlich auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein“. Nach entsprechenden Schlagzeilen stellte Schwarzer klar, sie persönlich fände Weidel aber nicht ermutigend. Das ist doch ermutigend.
5 Echte Weltstars essen Senf pur
Ein letzter Senf zu Olympia darf auch hier nicht fehlen. Denn Eishockey-Superstar Leon Draisaitl schwört auf dieses Wundermittel gegen Krämpfe – und verdrückte eine Tube. Ehrenmitglied des taz Panter FC wird aber Lena Dürr, die im Slalom schon beim ersten Tor rausflog. Absolut nachfühlbar! (lkw)
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen