: 200 Geiseln in Südrußland
■ Unbekannte überfallen Polizei und Regierungsgebäude in Industriestadt
Moskau (AP/dpa) –Ein mutmaßlich tschetschenisches Terrorkommando hat nach einem brutalen Überfall auf die südrussische Stadt Budjonnowsk mit der Erschießung von bis zu 200 Geiseln gedroht, wenn die russische Militäraktion in Tschetschenien nicht beendet werde. Bei einer mehrstündigen Schießerei mit Sicherheitskräften wurden sechs Polizisten und eine nicht bekannte Zahl von Zivilisten getötet, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Präsident Boris Jelzin ordnete die zuständigen Ministerien an, alles zur Befreiung der Geiseln zu unternehmen. Acht Angreifer seien festgenommen worden, von ihnen seien mit Sicherheit zwei Tschetschenen, hieß es. Zuvor war gemeldet worden, daß bewaffnete Unbekannte mehrere Behördengebäude überfallen hätten und sich bewaffnete Auseinandersetzungen mit Truppen des Innenministeriums lieferten.
Die Moskauer Nachrichtenagentur ITAR-TASS berichtete gestern nachmittag, die Männer seien mit Sturmgewehren und Granatwerfern bewaffnet. Den Angaben zufolge fuhren sie in der 200 Kilometer nördlich von Tschetschenien gelegenen Stadt mit schweren Lastwagen vor und stürmten das Polizeipräsidium, das Hauptquartier der Truppen des russischen Innenministeriums, sowie das Fernmeldeamt.
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