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112 Tote in einer Woche

■ Algeriens Sicherheitskräfte im Einsatz

Algier (AFP) – Nach dem Scheitern des politischen Dialogs setzen die algerischen Sicherheitskräfte die Drohung von Präsident Liamine Zeroual, die radikalen Islamisten zu vernichten, rigoros in die Tat um. Bei den blutigsten Zusammenstößen seit Februar 1992 wurden in der vergangenen Woche offiziellen Angaben zufolge mindestens 112 mutmaßliche Islamisten getötet.

In Mitteilungen der Sicherheitskräfte hieß es am Samstag, allein seit Mittwoch seien mindestens 84 Personen getötet worden. Die Zeitung El Watan berichtete, unabhängig von den Angaben der Sicherheitskräfte seien am Donnerstag weitere 34 bewaffnete Islamisten in der Region von Mostaganem getötet worden. Unter den Toten soll auch der Hauptverantwortliche für das Bombenattentat in der Nähe von Mostaganem sein, bei dem am Dienstag vier Jungen getötet worden waren. Diese Angaben wurden zunächst nicht bestätigt. Bei den Auseinandersetzungen zwischen radikalen Islamisten, deren stärkste politische Kraft die Islamische Heilsfront (FIS) ist, und dem Regime kamen seit 1992 über 10.000 Menschen ums Leben.

Unterdessen wurde am Samstag erneut ein Ausländer ermordet aufgefunden. Es handelt sich um einen 26jährigen französischen Touristen. Er ist der 69. Ausländer, der seit September 1993 in Algerien ermordet wurde. Die bewaffnete islamische Gruppe hatte damals alle Ausländer zum Verlassen des Landes aufgefordert. Unbestätigten Berichten zufolge soll der junge Franzose am Freitag an einer Straßensperre aufgehalten worden sein. Er war mit einem algerischen Freund im Auto auf dem Weg nach Batna. Bewaffnete Islamisten errichten in ihren Hochburgen häufig Straßensperren und führen wahllose Personenkontrollen durch. Dabei werden oft Polizisten oder Justizbeamte getötet.

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