: 10,99999378 Fußballspieler bei Intel
■ Mathematikprofessor weist Rechenfehler bei Pentium-Chips nach / Hersteller Intel stellte sich unwissend
Hamburg (dpa) – „Frage an Radio Eriwan: Wie viele Fußballspieler hat die Intel-Betriebsmannschaft? Antwort: 10,99999378, wenn das Ergebnis auf einem Pentium-Computer ausgerechnet wurde.“ Der größte Chipproduzent der Welt muß in diesen Tagen eine ganze Serie von Witzen über seinen Hochleistungsprozessor hinnehmen, seitdem ein amerikanischer Mathematikprofessor nachgewiesen hat, daß sich der Pentium-Chip bei bestimmten Primzahldivisionen verrechnet. Der Pentium-Fehler schlägt inzwischen deutlich auf den Börsenkurs des kalifornischen Unternehmens durch. Die Intel-Aktie sackte in den vergangenen Tagen an der Wall Street um mehrere Dollar ab. Der Chipgigant, der im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 3,8 Milliarden Mark eingefahren hat, ist in der Defensive.
Die Intel-Kunden nehmen dem Unternehmen insbesondere übel, daß die Konzernleitung offenbar schon seit Sommer von den Pentium-Problemen wußte. Doch sie stellte sich zunächst unwissend. Erst als im weltweiten Computernetz Internet offen über die mangelnde Pentium-Präzision debattiert wurde, äußerte sich Intel: Bei herkömmlichen Anwendungen tauche der Fehler theoretisch nur alle 27.000 Jahre auf. Außerdem wirke sich der Fehler bei Primzahldivisionen erst bei der neunten Stelle hinter dem Komma aus. Doch gerade diese Bemerkungen brachten die Kunden und Branchenbeobachter erst recht in Rage.
Intel-Chef Andy Grove hat sich inzwischen für den Fehler entschuldigt und wo nötig einen Ausstausch der Chips zugesagt. Der angeblich fehlerfreie Chip wird gerade entwickelt und soll im nächsten Jahr ausgeliefert werden.
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