+++ Corona News vom 18. April +++: Mehr als 20.000 Tote in Spanien

Die Corona-Todeszahl in Spanien ist hoch, es gibt aber positive Entwicklungen. In Brasilien kommen Krankenhäuser an ihre Grenzen.

Drei Frauen in Nonnentracht mit Atmenschutzmaske auf einem Friedhof in Spanien

In Spanien hat die Corona-Pandemie schon über 20.000 Todesopfer gefordert Foto: Emilio Morenatti/AP

Im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien hat die Zahl der Todesopfer die Marke der 20.000 durchbrochen. Binnen 24 Stunden seien 565 infizierte Menschen ums Leben gekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag in Madrid mit. Das waren 20 weniger als am Vortag. Die Gesamtzahl der Corona-Toten kletterte am Samstag auf 20.043. Damit liegt das Land an dritter Stelle hinter den USA und Italien.

Die seit Mitte März und noch mindestens bis Mitternacht des 25. April geltende strikte Ausgangssperre zur Bekämpfung trägt aber offenbar kontinuierlich Früchte. Spanien befinde sich in einer Phase, in der sich die Übertragungsgeschwindigkeit des Virus deutlich verlangsame, sagte am Samstag der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón. Für die nächsten Tage erwarte man „einen noch stärkeren Rückgang der Zahlen“. (dpa)

Erste Krankenhäuser in Brasilien geraten an ihre Grenzen

Angesichts der steigenden Infektionen mit dem Coronavirus geraten Krankenhäuser in Brasilien zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Bundesstaat São Paulo mit bislang über 600 bestätigten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 waren die Intensivstationen von mindestens fünf Kliniken ausgelastet. In Rio de Janeiro gab es demnach in den vier größten Krankenhäusern keine freien Betten auf den Intensivstationen mehr und in Fortaleza verdoppelte sich zuletzt die Zahl der künstlich beatmeten Patienten. In Manaus im Amazonasgebiet wurde ein Kühlcontainer vor einem großen Hospital aufgestellt, um die Leichen zu lagern.

In dem größten Land Lateinamerikas haben sich bislang 33.682 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, 2.141 Patienten sind gestorben. Während einige Gouverneure in Brasilien für ihre Bundesstaaten mittlerweile Ausgangsbeschränkungen und Schutzmaßnahmen angeordnet haben, hält der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro die Maßnahmen für übertrieben und will möglichst schnell zur Normalität zurückkehren. Wegen Meinungsverschiedenheiten über den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie entließ er zuletzt den Gesundheitsminister. (dpa)

Bundeswehr auf Unterstützungs-Abruf

Für den Einsatz in der Corona-Krise hält die Bundeswehr inzwischen mehr als 32.000 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen bereit. Zu dem Einsatzkontingent „Hilfeleistung Corona“ gehörten mehr als 17.000 Männer und Frauen aus dem Sanitätsdienst der Streitkräfte, heißt es in einer Vorlage für die Spitze des Verteidigungsministeriums.

In den fünf Bundeswehrkrankenhäusern wurden in dieser Woche für die normale Pflege von Covid-19-Patienten demnach insgesamt 820 Betten vorgehalten, von denen 48 belegt waren. Für die intensivmedizinische Behandlung gab es 159 Betten in den Krankenhäusern, von denen 23 mit Covid-19-Patienten belegt und knapp 100 frei waren.

Bei einer Lockerung der verordneten Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Leben sei binnen 10 bis 14 Tagen mit einem Stresstest für zivile Krankenhäuser und die Einrichtungen des Sanitätswesens zu rechnen, hieß es. In den Bundeswehrkrankenhäusern wurden bereits vor der Krise etwa 80 Prozent Zivilisten behandelt. In der Bundeswehr gab es bislang mindestens 314 Corona-Fälle. Aktuell infiziert sind 116 Männer und Frauen, genesen etwa 200.

„Aufgrund der Ungewissheit, wie schnell sich das Virus ausbreitet, hat die Bundeswehr deutliche Kapazitäten geschaffen, um so viel wie möglich an Corona schwer Erkrankte gleichzeitig zu behandeln. Das ist die gute Nachricht“, erklärte die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die noch bessere Nachricht sei, dass der Bedarf momentan nicht so hoch sei wie befürchtet.

„Wichtig ist natürlich, dass wir bei aller Dramatik dieses Coronavirus nicht die anderen Patienten, die dringender Hilfe bedürfen, aus dem Auge verlieren“, so Strack-Zimmermann. „Schon jetzt gehen weniger Menschen in die Behandlung, selbst bei Verdacht auf Schlaganfall und Herzinfarkt.“ (dpa)

Mehr als 5.000 Todesfälle im Iran

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 137.439 gestiegen, das ist ein Plus von 3.609 im Vergleich zum Freitag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 242 auf 4.110. Genesen sind rund 85.400 Menschen, das sind rund 3.600 mehr, wie das RKI auf seiner Internetseite mitteilte.

Im Iran ist die Zahl der Todesfälle infolge einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden um 73 gestiegen, wie ein Behördenvertreter mitteilt. Damit seien in dem Land insgesamt bisher 5.031 Menschen gestorben. Insgesamt gebe es 80.868 Infektionen.

Auch in Russland ist die Zahl der Todesfälle um 40 auf 313 gestiegen. Die Behörden meldeten 4.785 Neuinfektionen, der bisher höchste Anstieg. 2.649 davon und 21 Tote gab es allein in Moskau, dem Zentrum des Ausbruchs in Russland. Insgesamt summiert sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen in dem Land inzwischen auf 36.793.

In Singapur meldet das Gesundheitsministerium 942 neue Coronafälle, die bisher höchste Zahl. Die meisten Infektionen seien auf Sammelunterkünfte für Gastarbeiter zurückzuführen. (rtr)

Amazon setzt Wärmebildkameras ein

Amazon setzt Angestellten zufolge in den USA Wärmebildkameras ein, um fiebrige Mitarbeiter zu identifizieren. In mindesten sechs Lagerhallen des Online-Händlers rund um Los Angeles und Seattle seien entsprechende Geräte installiert worden, berichten Angestellte. Wenn die Kameras erhöhte Temperaturen zeigten, werde bei den betroffenen Mitarbeitern noch einmal auf der Stirn Fieber gemessen. Amazon bestätigte den Einsatz solcher Kameras in einigen Lagerhallen. Damit werde für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter gesorgt. Aus mehr als 50 Amazon-Lagern in den USA sind Coronavirus-Fälle gemeldet worden, woraufhin Arbeitnehmervertreter die Schließung von Einrichtungen forderten. (rtr)

Pressevertreterinnen und Mitarbeiterinnen vor einem Amazon-Gebäude in Staten Island

Kein Amazon-Fieber: Wärmekameras kranke Mitarbeiter*innen erkennen Foto: Jeenah Moon/reuters

Die Einhaltung der Abstandsregeln in den USA könnte zu weniger Toten als zuvor befürchtet führen, wie ein Modell der Universität von Washington zeigt. Die Wissenschaftler rechnen nun mit rund 60.000 Toten bis Anfang August, vor einigen Tagen waren sie noch von fast 69.000 ausgegangen. Als wichtigsten Grund für die niedrigere Zahl nannten sie die strikte Einhaltung der Beschränkungen im öffentlichen Leben und in der Wirtschaft in den vergangenen vier Wochen.

Die Menschen hielten sich strenger an die Regeln als die Forscher erwartet hatten. In Bundesstaaten mit einer niedrigen Zahl an Todesfällen wie Vermont, West Virginia, Montana und Hawaii könnten ab dem 4. Mai einige Vorschriften gelockert werden, solange Zusammenkünfte mehrere Menschen weiter eingeschränkt seien, hieß es.

Täglich mehr als 2.000 Tote in den USA

In Japan ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen den Informationen des Senders NHK zufolge auf über 10.000 gestiegen. Am stärksten betroffen in dem Land ist die Hauptstadt Tokio. Dort habe es am Samstag 181 neue Fälle gegeben, berichtete NHK.

In den USA sind Reuters-Daten zufolge mehr als 35.400 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Täglich habe es zuletzt mehr als 2.000 Tote gegeben. Die Zahl der Infizierten sei am Freitag um fast 30.000 auf knapp 700.000 gestiegen. (rtr)

Zwei Neuseeländer klagen gegen Ausgangsbeschränkungen

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ist von zwei Bürgern wegen der in der Corona-Krise verhängten Ausgangsbeschränkungen verklagt worden. Sie würden rechtswidrig festgehalten, sagten die beiden Kläger laut Medienberichten vom Samstag in einer Videoschalte vor dem High Court in Auckland.

Einer der beiden argumentierte demnach, der Lockdown hätte erst nach Rücksprache mit dem UN-Generalsekretär verfügt werden dürfen. Der andere warf Ardern vor, die Wirtschaft der Pazifikstaates zu gefährden.

Der Rechtsvertreter der Regierung erwiderte, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus am 25. März verhängten Einschränkungen seien nicht mit einer Inhaftierung zu vergleichen. Richterin Mary Peters kündigte eine baldige Entscheidung an, wie es weiter hieß. Ardern will am Montag mitteilen, ob einige der Beschränkungen gelockert werden können.

In dem knapp fünf Millionen Einwohner zählenden Inselstaat wurden bislang 1.409 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet, elf Menschen starben in Folge der Lungenkrankheit Covid-19. (dpa)

Walmart stellt neue Mitarbeiter*innen ein

Der US-Supermarktkonzern Walmart will weitere 50.000 Mitarbeiter einstellen, um die gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneprodukten während der Coronavirus-Pandemie bewältigen zu können. Das frühere Ziel, 150.000 neue Stellen zu besetzen, habe man bereits sechs Wochen vor dem Zeitplan erreicht, teilte Walmart mit. Pro Tag würden im Schnitt 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Viele dieser Menschen hätten vorher in der Restaurant- oder Hotelbranche gearbeitet. 85 Prozent der neuen Stellen seien zeitlich befristet oder in Teilzeit. (rtr)

Neuinfektionen in China

China meldet für Freitag 27 Neuinfektionen. Davon seien 17 aus dem Ausland eingeschleppt worden, teilt die Nationale Gesundheitskommission mit. Nach einer Revision liegt die Gesamtzahl der Infizierten damit bei 82.719. Gestorben an den Folgen des Virus sind insgesamt 4.632. Die Volksrepublik hatte die Zahl deutlich nach oben korrigiert. (rtr)

Nationalversammlung in Paris billigt Haushalt mit Corona-Notmaßnahmen

Die französische Nationalversammlung hat in der Nacht zum Samstag einen Nothaushalt gebilligt, der geplante Maßnahmen der Regierung im Umfang von 110 Milliarden Euro zur Bewältigung der Corona-Krise berücksichtigt. Darin enthalten sind Boni für medizinisches Personal, Unterstützung für von den Auswirkungen der Krise betroffene Arbeitnehmer und Familien sowie Hilfen für Unternehmen, darunter strategisch wichtige Branchen wie Luftfahrt und Fahrzeugbau.

Die Vorlage geht am Dienstag an den Senat. Nach Prognosen der Regierung in Paris könnte die französische Wirtschaft in diesem Jahr um acht Prozent schrumpfen und in die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg stürzen. (AP)

Schäuble fordert Neubewertungen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble fordert als Lehre aus der Coronavirus-Krise gesellschaftliche Konsequenzen. Das Verhältnis zwischen Marktwirtschaft und staatlicher Regulierung müsse neu definiert werden, sagt Schäuble der Augsburger Allgemeine. Man müsse darüber nachdenken, „ob es damit zu tun hat, dass wir vieles übertrieben haben.“ Die Krise offenbare die Probleme der globalen Vernetzung. Es gehe aber nicht darum, marktwirtschaftliche Mechanismen außer Kraft zu setzen. „Aber den Rahmen, in dem wir uns bewegen, muss man neu bewerten.“ Gleichwohl müsse der freie Binnenmarkt und Reiseverkehr in Europa schnellstmöglich wieder hergestellt werden.

Kanzleramtschef Helge Braun hält weitere Hilfen für die Wirtschaft für möglich. Er könne nicht ausschließen, dass die Bundesregierung mit weiteren Hilfsmaßnahmen nachsteuern müsse, sagt Braun der Rheinischen Post und dem General-Anzeiger. Derzeit wolle man schrittweise wieder zurückkommen in ein Leben mit weniger Beschränkungen. „Aber die Epidemie ist nicht weg. Wir müssen lernen, damit zu leben – bis es einen Impfstoff gibt.“

Die US-Regierung will den Farmern des Landes mit 19 Milliarden Dollar unter die Arme greifen. Es solle zum einen direkte Finanzhilfen geben, kündigt Präsident Donald Trump an. Zudem soll frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte sowie Fleisch in großen Mengen aufgekauft werden. (rtr)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

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Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz