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Nominiert für den panterpreis 2026 Mehr als Kulturjournalismus

In Nordrhein-Westfalen streiten die Kultur- und Meinungsmagazine choices, trailer und engels für eine lebenswerte, solidarische Gesellschaft. Herausgeber ist der Verlag Berndt Media.

taz panterpreis | Das Programm der Ruhrfestspiele wird ebenso besprochen wie Branko Janacks Inszenierung über den Serienmörder Johann „Jack“ Unterweger am Schauspiel Köln und HipHop-Tanzprojekte: Jeden Monat zeigen die Magazine choices in Köln, trailer im Ruhrgebiet und engels in Wuppertal kostenlos, was die Kultur den 10 Millionen Menschen im Ballungsraum Rhein-Ruhr bietet – von Theater und Kino über Konzerte und Literatur bis zu Museen und Kunstausstellungen.

Beim Kino reicht die Bandbreite von Hommagen an Bands wie die Toten Hosen und Iron Maiden bis zum Kinderfilm „Die Legende des Wüstenkindes“. Der Kriminalroman „Swinging Cologne“ des Autors Stefan Winges wird ebenso besprochen wie das noch bis Mitte Juni laufende stARTfestival in Leverkusen, bei dem das Kammerorchester Wien-Berlin ebenso auftritt wie der polnische Cellist Michał Pepol.

taz panterpreis „Medien von unten“

Ausgeschrieben war der taz panterpreis unter dem Motto „Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten“. Vom 8. bis 27. Juni 2026 findet unter taz.de/panterwahl die öffentliche Wahl darüber statt, wer der sieben Nominierten den Publikumspreis gewinnt. Die Preisverleihung, inklusive des Jurypreises, ist im Rahmen der Hamburger Woche der Pressefreiheit am 14. Oktober um 18 Uhr im Museum der Arbeit.

Doch die drei Magazine, die alle im Verlag Berndt Media erscheinen, bieten mehr als eine breite Mischung von Populär- und Hochkultur. Die mehr als 30 festen und freien Mit­ar­bei­te­r:in­nen der Redaktionen, von denen einige auch in der taz veröffentlicht haben, kämpfen und streiten für eine lebenswerte solidarische Gesellschaft. Viele Texte sind dezidiert politisch.

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taz panterpreis Nominierte 2026 | Berndt Media, Ruhrgebiet

Grafik auf grünem Hintergrund: Links springt ein schwarzer Panther. Rechts steht „taz Panterpreis 2026“ und darunter „Berndt Media, Ruhrgebiet“ sowie „Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten“.

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In der Rubrik „Fragen der Zeit“ wird jeden Monat ein aktuelles Schwerpunktthema beleuchtet – vom bundesweiten Frauenstreik bis zum Rechtsruck. Im Schwerpunkt „Nach der Arbeit“ wurde etwa gefragt, ob Industriearbeit in Deutschland ein Auslaufmodell sein könnte – und warum sich Sozialdemokratie und Gewerkschaften trotzdem an den „Fetisch Arbeit“ klammern.

Lob von Leser:innen

Verleger Joachim Berndt steckt also jeden Monat viel Geld in progressiven, aufklärerischen Journalismus – auch im Internet. „So etwas kann eigentlich nur ein Verrückter machen“, sagt der gebürtige Schwabe, der seit seiner Politisierung in den Siebzigern im Ruhrgebiet lebt. „Jeder nur rein kaufmännisch denkende Mensch hätte das schon zehnmal beendet“, sagt Berndt, der trotz seiner 77 Jahre unfassbar fit wirkt. „Ich bringe Menschen zusammen, die viel mehr wissen als ich“, sagt der Verleger dazu: „Das gibt mir Kraft.“

Genauso wichtig sei aber auch das Lob von Leser:innen, gerade für die politischen „Themen der Zeit“. Rein Kommerzielles habe er nie herausgeben wollen, sagt Berndt, dessen Firma sich auch um den Anzeigenverkauf der 2007 eingestellten taz nrw gekümmert hat. „Als ich die 1989 gegründete Choices übernommen habe, war das ein PR-Magazin“, erklärt er im Gespräch. „Ich dagegen war fasziniert von den seit den siebziger Jahren gründeten Filmkunstkinos, von Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder.“

Berndt finanziert seinen Verlag bis heute allein über Anzeigen. Staatliche „Finanzierung, Subventionen oder was auch immer“ habe er nie bekommen, sagt er. Unabhängig fühlen sich seine Au­to­r:in­nen trotzdem: „Schreib, was du willst“, sage der Verleger oft, erzählt einer von ihnen.