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taz Talk meets Jüdisches Museum Berlin Menschenrecht im Mittelmeer

Völkerrechtler Itamar Mann spricht über juristische, politische und ethische Fragen verbunden mit Migrationsbewegungen. Ein taz Talk im Rahmen der Digital Lecture Series.

Itamar Mann über Defizite im Menschenrecht bei Migrationsbewegungen über das Mittelmeer Foto: privat

Das Mittelmeer ist seit vielen Jahrhunderten ein Raum des Austausches und der Migration – auch für jüdische Migrant:innen. Am gegenwärtigen Umgang mit Migration über das Mittelmeer und mit Initiativen der Seenotrettung lässt sich die Auslagerung von Grenzen beobachten. Es zeigen sich zudem Schwachstellen des internationalen Rechts und der Menschenrechte: das Mittelmeer ist zu einem Massengrab geworden.

Veranstaltungsinformationen

Wann: Di. 09.06.2026, 19 Uhr

Wo: nur im Livestream (auf Englisch)

Im Rahmen der Digital Lecture Series diskutiert der Völkerrechtler Itamar Mann mit der Journalistin Dinah Riese juristische, politische und ethische Fragen, die mit dieser Migrationsbewegung bis heute verbunden sind. In einer historischen Perspektive auf jüdische Migration nach Palästina, vietnamesische Boat People und syrische Geflüchtete seit 2015 entwickelt er mit Hannah Arendt und Emanuel Levinas den utopischen Ansatz eines „right of encounter“.

Die Digital Lecture Series des Jüdischen Museums Berlin „Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte“ reflektiert die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Menschenrechte. Vor dem Hintergrund jüdischer Migrationsgeschichte blicken fünf Wissenschaftler:innen gemeinsam mit der Journalistin Dinah Riese aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Entwicklungen des internationalen Flüchtlingsschutzes.

Dabei werden historische Errungenschaften sichtbar, die heute zunehmend in Frage gestellt werden. Welche Erfahrungen aus der Vergangenheit und welche juristischen oder philosophischen Perspektiven können helfen, gegenwärtige Grenzen des Denkens über Migration zu überschreiten? Und wo lassen sich im Hier und Jetzt Ansätze für eine offenere Zukunft finden?

Im Gespräch:

🐾 Itamar Mann ist Professor für Internationales Recht an der Universität Haifa (beurlaubt) und Gastprofessor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster. Seine Forschungsschwerpunkte sind Seerecht, Migrations- und Flüchtlingsrecht, internationales Strafrecht und die konzeptionellen Grundlagen der rechtlichen Verantwortung in Krisensituationen. Neben seiner akademischen Forschung engagiert sich Mann intensiv für Menschenrechte. Er ist Präsident von Border Forensics, einem interdisziplinären Kollektiv, das sich mit Gewalt an Grenzen und der Rechenschaftspflicht von Staaten befasst.

🐾 Dinah Riese leitet das Inlandsressort der taz. Davor war sie taz-Redakteurin für Migration und Integration. Für ihre Recherche und Berichterstattung zum sogenannten Werbeverbot für Abtreibungen, Paragraf 219a StGB, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihr Interview mit Überlebenden des Anschlags in Halle war für den Reporter:innenpreis nominiert.

Dieser taz Talk wird gefördert von der Berthold Leibinger Stiftung.

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Ein Thumbnail eines Youtube-Livestreams zur Digital Lecture Series der taz und des JMB

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